Allmählich nimmt seine Misere dramatische Züge an. Marcus Berg ist ein Mensch, keine Maschine. Er kann einem leidtun. Doch auch Gefühle können nicht vertuschen, was sich allen Fans im Stadion und an den TV-Geräten offenbarte: Der Schwede agiert derzeit jenseits von Gut und Böse. Wie lange kann Bruno Labbadia sich das noch ansehen?
Die Rufe nach Ebi Smolarek werden lauter und lauter. Der arbeitslose Pole trainiert seit Dienstag am Volkspark, der HSV müsste nur zugreifen - und zögert weiterhin. Nach wie vor hoffen die Verantwortlichen, dass Berg zügig die Kurve bekommt.
Angesprochen auf eine mögliche zehn Million Euro schwere Fehlverpflichtung fand Bernd Hoffmann drastische Worte. "Das ist kompletter Unsinn", so der Klubboss. "Marcus hat Anlaufprobleme, das wollen wir nicht kleinreden. Aber wir wissen, was er kann und warum wir ihn geholt haben." Tore müssten her, "vielleicht trifft er ja schon gegen die Bayern".
Mladen Petric, Bergs direkter Partner im Angriff, hat erkannt, was Sache ist. "Man spürt auch auf dem Platz, dass er nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzt", erklärt der Kroate, der konträr zu Berg seit Wochen auf Top-Niveau agiert. "Wir versuchen, ihm zu helfen, ihn aufzubauen. Aber das ist schwer."
Berg wird sich nur selbst helfen können. Die Rückendeckung des HSV spürt er. Smolarek allerdings erhöht den Druck auf ihn. Noch als Arbeitsloser. Aber in jeder Trainingseinheit.