Geht es so weiter, könnte Bruno Labbadia auf der nächsten Pressekonferenz nach einem Bundesligaspiel wohl auch ein Tonband abspielen. "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Aber wir haben derzeit nicht das Glück, für unsere Arbeit auch belohnt zu werden."
Seit Wochen sind es die gleichen Worte, mit denen der Trainer die Leistung seiner Mannschaft zusammenfasst. Die positiven Eindrücke überwiegen und doch kommt am Ende immer wieder Frust dazu. Die letzten 15 Minuten im Spiel - für den HSV der blanke Horror.
Seit sechs Ligaspielen warten Frank Rost & Co. nun schon auf einen Sieg. Verspielt wurde der mögliche Erfolg zuletzt gleich fünf Mal in der Schlussviertelstunde. Auf Schalke (3:3) gab es den Ausgleich in der 90., Gladbach traf in der 76. und der 82. Minute zum 3:2. In Hannover gab es das 2:2 zwei Minuten vor Schluss, Grote traf für Bochum beim 1:0 in Hamburg in der 77., in Mainz fiel das 1:1 sechs Minuten vor dem Abpfiff.
Vier Siege und zehn Punkte hat der HSV da mal eben verschenkt. Eine bittere Bilanz, die sicherlich nicht ausschließlich auf fehlendes Glück zurückzuführen ist. "Wir machen den Sack einfach nicht zu. Das ist das Problem. Auch gegen Mainz hatten wir genug Chancen zum 2:0", sagt Abwehrchef Joris Mathijsen. "Wir sind in einer Phase, in der jede Kleinigkeit gegen uns läuft", meint Demel. Die Schlussviertelstunde gehört sicherlich dazu.