Der HSV hat seine Leitlinie längst festgelegt. Ein Wechsel von Mladen Petric zum VfL Wolfsburg? Kein Spielraum. Der Meister buhlt um die Dienste des Superknipsers (25 Pflichtspieltore). "Wir haben Wolfsburg eine Absage erteilt", sagt Sportchef Dietmar Beiersdorfer zur MOPO. Dabei soll es bleiben. Boss Bernd Hoffmann zur MOPO: "Mladen Petric hat einen Vertrag bis 2012 und genießt beim HSV enorme Wertschätzung, die sich im Wolfsburger Angebot übrigens nicht widergespiegelt hat. Er kann sich jetzt komplett auf seinen Urlaub konzentrieren."
Petric hat stets betont, wie wohl er sich in Hamburg fühlt, wie zufrieden er mit den Strukturen beim HSV ist. Doch jetzt ruft der Meister, der Champions-League-Teilnehmer. Ein sportlicher Schritt nach vorne. Die Wolfsburger müssen sich für den bevorstehenden Abgang von Torjäger Edin Dzeko präparieren, wollen einen Ausnahmestürmer als Nachfolger des Bosniers (der AC Mailand will ihn) präsentieren. Der HSV-Kroate soll es werden. Dafür ist der VfL bereit, noch einen fetten Haufen Kohle auf die Poker-Eröffnungsofferte von neun Millionen Euro draufzulegen. Und auch Petric' Gehaltsscheck würde in Wolfsburg sicher deutlich üppiger ausfallen.
Als Speerspitze im Kampf um die Knipser tritt momentan Jürgen Marbach auf. Der Mann ist beim VfL zuständig für Marketing und wirbt derzeit für eine höhere Ablöse für Dzeko aus Milan ("20 Millionen Euro sind nicht genug") und gleichzeitig für Gesprächsbereitschaft in Hamburg. Die HSV-Bosse sind an Verhandlungen allerdings ganz und gar nicht interessiert. Vielmehr sollen eventuelle Unklarheiten mit Petric schnell beseitigt werden. Hoffmann hat mit Berater Struth einen zeitnahen Termin in Hamburg vereinbart, um die Sache vom Tisch zu bringen. Sicher wird beim Poker-Gipfel auch noch mal über Petric' aktuellen HSV-Vertrag zu sprechen sein. Bislang läuft das Arbeitspapier bis 2012, beschert ihm einen Jahresverdienst von gut zwei Millionen Euro. "Es sieht so aus, als ob endlich Bewegung in die Angelegenheit kommt", sagt Petric - und hofft auf schnelle Klärung.