Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?

Ja Nein
Aktuelle Nachrichten aus Hamburg, der Welt, zum HSV und der Welt der Promis.

Der etwas andere Volltreffer : Lotto: Lukrative Jobs für abgehalfterte Politiker

Er verschaffte Martin Stadelmaier und Marion Caspers-Merk ihre Jobs bei Lotto: Ole von Beust.

Er verschaffte Martin Stadelmaier und Marion Caspers-Merk ihre Jobs bei Lotto: Ole von Beust.

Foto:

imago stock&people

Berlin -

Einmal die richtigen Zahlen ankreuzen: Woche für Woche hoffen Millionen Deutsche auf einen Hauptgewinn beim Lotto – fast alle vergebens. Für abgehalfterte Politiker dagegen ist die Chance auf einen Lotto-Volltreffer viel größer: Hat der staatlich kontrollierte Deutsche Lotto- und Totoblock mit seinen Milliarden-Umsätzen doch einige gut dotierte Posten mit Gehältern bis zu 200.000 Euro im Jahr zu vergeben.

Und davon machen Politiker reichlich Gebrauch, wie das ARD-Magazin „Monitor“ berichtet. Zum Beispiel Martin Stadelmaier (SPD). 2011 beklagte er noch als Staatskanzlei-Chef des damaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) die „heftige Lobbyistentätigkeit“ bei der Novellierung des Glücksspiel-Staatsvertrages.

Heute ist er selber Cheflobbyist bei Lotto – in der Hauptstadtrepräsentanz in Berlin. Den lukrativen Job bekam er unter der Hand: Eine Ausschreibung gab es nicht. Dafür aber die Unterstützung von einer Beratungsfirma des früheren Hamburger Ersten Bürgermeisters: der Ole-von-Beust-Consulting.

Oder SPD-Mann Jürgen Häfner. Der war Staatssekretär im Innenministerium von Rheinland-Pfalz. Heute ist er Geschäftsführer bei dem staatlichen Glücksspiel-Konzern. Ohne Ausschreibung.

Marion Caspers-Merk (SPD) war mal Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Nachdem Grün-Rot die Macht in Baden-Württemberg übernommen hatte, wurde sie hier Lotto-Geschäftsführerin. Ohne Ausschreibung.

Im Saarland teilen sich gleich zwei abgehalfterte Politiker einen Lotto-Top-Job: Michael Burkert (SPD), Ex-Präsident des Stadtverbandes Saarbrücken, und Peter Jacoby (CDU), Ex-Finanzminister.

Parteienkritiker Hans Herbert von Arnim: „Derartige Fälle von Versorgungspatronage sind mir selten untergekommen.“ Auch andere staatlich kontrollierte Firmen sind ein Auffangbecken für ausgediente Politiker.

So übernahm zum Beispiel der frühere Hamburger Innensenator Heino Vahldieck (CDU) den Posten des Geschäftsführers der Hanseatischen Siedlungs-Gesellschaft (HSG). Hamburgs Ex-SPD-Chef Ingo Egloff (57) kassiert als neuer Vorstand beim „Hamburg Hafen Marketing“ 140000 Euro im Jahr.