Steinewerfer bei Demos haben in Hamburg künftig ganz schlechte Karten: Die Polizei führt als eines der ersten Bundesländer den Super-Wasserwerfer "WAWE 10000" ein. Das mehr als eine Millionen Euro teure Fahrzeug wird von der österreichischen Spezialfirma Rosenbauer gebaut.
Aktuell hat die Hamburger Polizei sechs Wasserwerfer. Der jüngste ist Baujahr 1987.
Der neue Wasserwerfer hat drei Hochleistungstrahlrohre, davon eines am Heck. Diese Wasserkanonen sind mit einer Videokamera zur Beweissicherung verbunden. Im Gegensatz zum Vorgängermodell kann der neue "WAWE 10000" auch "Wasserwände" bilden, hinter denen Beamte vorrücken, oder mit einer "Wasserglocke" Sitzblockaden auflösen. Der Clou ist die Panzerung des Wasserwerfers. Der Hersteller, der bisher vor allem als Produzent von Mega-Feuerwehrautos für Flughäfen bekannt ist, will keine Details mitteilen. Bei Tests wurden allerdings Betonplatten aus dem dritten Stock eines Haus auf das Dach des Spezialfahrzeugs geworfen. Es entstanden kaum Schäden.
Diesen Sicherheitsstandard begrüßt Freddi Lohse, Vize-Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft: "Damit sind unsere Kollegen bei gewalttätigen Demonstrationen deutlich besser geschützt." Die alten Wasserwerfer gehen zurück ans Bundesinnenministerium. Wenn sie technisch noch in Ordnung sind, werden sie verkauft oder versteigert.
In Hamburg ist 1949 erstmalig ein umgebautes Feuerwehrauto als Wasserwerfer eingesetzt worden. 1952 wurde mit dem 90 PS starken "Magirus-Deutz S3500" der erste "richtige" Wasserwerfer beschafft.
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