Gut möglich, denn der Defensiv-Allrounder macht sich ernsthafte Gedanken, künftig für die Nationalmannschaft von Nigeria zu spielen. Damit wäre er vom 10. bis 31. Januar beim Afrika-Cup unterwegs.
Aogo für Nigeria - das Thema schien eigentlich längst erledigt. Der 22-Jährige hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass er sich für Deutschland entschieden hat. Er wuchs in Karlsruhe auf, seit der U15 hat er alle Stationen der deutschen Nationalmannschaft durchlaufen. Zuletzt holte er im Sommer bei der U21-EM in Schweden zusammen mit HSV-Kollege Jerome Boateng den Titel. Nationaltrainer Joachim Löw bestätigte im Anschluss, dass er Aogo auch für die A-Nationalmannschaft auf dem Zettel hat. Auf einen entsprechenden Anruf wartet der HSV-Stammspieler seitdem vergebens, stattdessen bekam er mal wieder eine Einladung aus Nigeria. Die prompte Absage ließ er nicht folgen. Denn Nigeria hat plötzlich für Aogo einen Reiz, wohl nicht zuletzt weil sich das Heimatland seines Vaters gerade für die WM in Südafrika qualifiziert hat. "Es ist eine schwere Entscheidung. Ich mache mir Gedanken. Es steht ein großes Turnier an. Der Traum von der WM ist groß", erklärt Aogo, der sich mit seiner Entscheidung bis zur Winterpause Zeit lassen möchte.
Beim HSV wird man bis dahin das Gespräch mit ihm suchen. Denn man ist überzeugt, dass er den Weg zu einem großen Turnier auch in Deutschland gehen kann. "Er ist Stammspieler beim HSV und hat gute Voraussetzungen, nun den nächsten Schritt zu machen. Warum sollte er nicht eine ähnliche Laufbahn wie Jerome Boateng einschlagen?", sagt Co-Trainer Eddy Sözer. Beide Seiten werden sich mit dem Thema weiter auseinandersetzen müssen.