Der Makler schwelgt auf der Website www.arnoldstras se6.de von einem Bau von "zeitloser Schönheit" , der die "perfekte Balance zwischen nüchterner Elegance und puristischer Gradlinigkeit" darstellt. Doch betroffene Anrainer sehen den Neubau eines Hochhauses mitten in "Mottenburg" weniger lyrisch.
Gebaut werden soll der Wohnturm mit Nebengebäuden und Stadthäusern auf einem Areal zwischen Arnoldstraße und der Sackgasse Am Pflug. Das ehemalige Fabrikgelände wird aktuell als Parkplatz genutzt. Makler Grossmann & Berger behauptet, das Ensemble mit 46 Wohnungen sei vom "freigeistigen Klima Ottensens inspiriert". Die billigste Wohnung (55 Quadratmeter) kostet 185000 Euro, die 180 Quadratmeter großen Stadthäuser werden für knapp 700000 Euro angeboten. Mehr als 600000 Euro kosten auch die ab 126 Quadratmeter großen Luxuswohnungen in den oberen Etagen des Wohnturms.
MOPO-Leserin Melanie Kleinschmidt findet den Bau vollkommen daneben: "Durch das Hochhaus werden Wohnhäuser, die teils unter Denkmalschutz stehen, komplett im Dunkeln verschwinden. Ebenso der beliebte Spielplatz Motte." Sie sieht den Neubau als "Katastrophe". Wirtschaftliche Interessen würden eindeutig vor die Interessen betroffener Anwohner gestellt.
Direkt am Neubau stehen tatsächlich einige der ältesten Häuser Ottensens. Sie sind teilweise nur einstöckig, würden vom Hochhaus "erdrückt" werden. Gegenüber der MOPO deutete das Bezirkamt Altona an, dass der Wohnturm möglicherweise niedriger ausfallen könnte als geplant und auf der Makler-Website dargestellt.