Die Beamten schlugen in der Nacht zu gestern zu. In einem Männerwohnheim an der Borsteler Chaussee nahmen sie Andreas B. fest. Bei der Vernehmung gab der 36-Jährige zu, die kleine Nina (12, Name geändert) vom Fanfest am Heiligengeistfeld in die Wallanlagen gelockt und dort vergewaltigt zu haben.
Es war nicht seine erste Sexualstraftat. Andreas B. wurde im vergangenen September in Hannover wegen sexueller Nötigung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Er hatte sich dort im Mai an einer Frau vergangen.
Das war eine der Spuren, die die Hamburger Ermittler nun zu ihm führte. Die Zwölfjährige wusste seinen Vornamen und Bruchstücke seines Nachnamens. Diese hatte sie auf seinem Ausweis gelesen, den der Sexgangster ihr gezeigt hatte, um ihr Vertrauen zu gewinnen (MOPO berichtete). Bei einem Abgleich mit verurteilten Sextätern kamen die Beamten auf ihn.
Andreas B. hatte sein späteres Opfer am Freitag beim Spiel Deutschland - Argentinien auf dem Fanfest angesprochen. Von dort lockte er das Mädchen in die Wallanlagen und vergewaltigte es. Anschließend würgte er die Zwölfjährige. Erst im letzten Augenblick ließ er von ihr ab.
Andreas B. lebt seit Februar in dem Groß Borsteler Männerwohnheim. Er hat keinen Job, ist unverheiratet. Einem Mitbewohner erzählte er, dass er als Kind ebenfalls missbraucht worden wäre. Der Hamburger Polizei war er bisher nur wegen Diebstahls und Schwarzfahrens aufgefallen.
Bei der Vernehmung hatte der 36-Jährige zunächst bestritten, die Schülerin vergewaltigt zu haben. Als er sich in Widersprüche verwickelte, gab er die Tat zu. Die Beamten stellten in seinem Wohnheimzimmer außerdem Kleidung sicher, die er am Freitag getragen hatte. Die Polizei prüft, ob er für weitere Vergewaltigungen verantwortlich ist.
Mit diesem Phantombild suchte die Polizei den Vergewaltiger