MOPONews
News

DAS KABINETT DES DOKTOR PARNASSUS

Ledgers letzte Rolle

Man kann nicht behaupten, Terry Gilliam hätte es bei der Arbeit immer leicht gehabt. Oft standen seine Projekte unter keinem guten Stern. Vor zehn Jahren etwa musste der Dreh von "The Man Who Killed Don Quijote" nach zwei Tagen abgebrochen werden. In schlechter Erinnerung blieb auch das große Hickhack mit den produzierenden Weinstein-Brüdern bei seinen "Brothers Grimm" (2005). Doch was am 22. Januar 2008 passierte, ist an Tragik kaum zu überbieten: Mitten in die Produktion von "Das Kabinett des Doktor Parnassus" platzte die Nachricht vom Tod des Hauptdarstellers Heath Ledger.



Zuerst wollte Gilliam die Dreharbeiten daraufhin einstellen. Dann aber ließ er sich von seinen Mitstreitern überzeugen, den Film inklusive der mit Ledger bereits abgedrehten Szenen zu beenden. In Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law fand er bewährte Schauspieler, die bereit waren, für ihren verstorbenen Freund und Kollegen einzuspringen und Teile seiner Rolle zu übernehmen. Und - o Wunder - dank eines cleveren Drehbuch-Kniffs sieht es nun so aus, als sei ihr Mitwirken von Anfang an geplant gewesen ...



Der alte Dr. Parnassus (Christopher Plummer) zieht mit einer kleinen Truppe und einem klapprigen Varieté-Vehikel durch die Lande. Doch obwohl er mit einem Spiegel, durch den man physisch in seine eigene Fantasiewelt eintauchen kann, über eine besondere Attraktion verfügt, stößt er mit seinem Programm kaum auf Interesse. Als er mit seinem Theater in London gastiert, taucht der Teufel in Gestalt von Mr. Nick (Tom Waits) auf. Mit dem war Parnassus einst einen faustischen Pakt eingegangen. Nun fordert Mr. Nick seinen Lohn: Parnassus' Tochter Valentina (Lily Cole), die in drei Tagen ihren 16. Geburtstag feiert. Aber weil Mr. Nick ein leidenschaftlicher Zocker ist, bietet er dem todunglücklichen Vater eine Wette an. Wem es binnen drei Tagen als Erstem gelingt, fünf Seelen auf seine Seite zu ziehen, dem soll das Mädchen gehören. Kurz darauf rettet Parnassus' Truppe einem jungen Mann namens Tony (Heath Ledger) das Leben und nimmt ihn in ihre Gemeinschaft auf. Tony entpuppt sich schnell als potenter Seelenfänger, trägt aber auch ein dunkles Geheimnis mit sich herum...



Wieder einmal beweist das ehemalige Monty-Python-Mitglied Gilliam, dass seine Vorstellungskraft kaum Grenzen kennt. Besonders die surreale Welt hinter Parnassus' magischem Spiegel, der als Schnittstelle zwischen Realität und (Alb)Traum fungiert, ist fantastisch gelungen. Zugleich ist dies die Welt, in der Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law den verstorbenen Heath Ledger würdig vertreten. Ihr Auftauchen erscheint dabei absolut plausibel. Denn das Skript will es, dass jeder, der durch den Spiegel tritt, sein Erscheinungsbild etwas verändern kann. Natürlich auch Ledgers Tony.



Flüssig erzählt ist der Film allerdings nicht. Kaum überraschend - Gilliam fiel es schon immer leichter, für seine Ideen tolle Bilder zu finden, als sie in eine überzeugende Handlung zu packen. Wild fabulierend rückt er hier mal das Duell zwischen Dr. Parnassus und Mr. Nick in den Mittelpunkt, mal die Beziehung zwischen Valentina und Varieté-Mitglied Anton (Andrew Garfield), dann wieder fokussiert er die Story, die sich um den mysteriösen Tony rankt. Am Ende bleibt der Zuschauer ein wenig ratlos zurück.



Fazit: Ein typisches Gilliam-Werk, das vor allem deswegen in Erinnerung bleiben wird, weil es zugleich der letzte Film mit Heath Ledger ist.

Weitere Meldungen News
Die Pornoseite Faceporn darf weiter online sein.

Eine Pornoseite aus Norwegen hat einen Rechtsstreit gegen das soziale Netzwerk gewonnen. Facebook war wegen der Ähnlichkeit des Namens gegen die Seite vorgegangen.  mehr...

Magdalena Brzeska kann es nicht fassen - sie ist die neue Dancing-Queen.

Zusammen mit ihrem Tanzpartner Erich Klann gewann Magdalena Brzeska am Mittwochabend die RTL-Tanzshow „Let's Dance“.  mehr...

Ein Kind in einer Waschmaschine: Eine Überwachungskamera zeichnete den schlechten Scherz des Vaters auf.

Als Streich setzte ein Vater sein Kleinkind in eine Waschmaschine. Als er die Tür schloss, setzte sich das Gerät in Bewegung. Das Video der leichtsinnigen Aktion gibt's hier.  mehr...

Datum:  7.1.2010
Empfehlen: E-Mail
Kontakt: Redaktion
Artikel: Drucken
Typisch Frau

Der Mai ist da, die Leute heiraten. So mit Mitte zwanzig kriegt die Frau die ersten „Hurra, wir trauen uns“-Einladungen.