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DAS HINRUNDENFAZIT VON BRUNO LABBADIA

"Rincón ist der Gewinner"

HSV: Hinrunden-Rückblick

"Ich gehöre leider zu denjenigen, die einige Weihnachtsgeschenke auf den letzten Drücker besorgen", erklärt der Trainer des HSV. "Aber Ideen habe ich immer." Und dann lächelt er zufrieden.



So befreit hat man ihn in Hamburg noch nicht erlebt. Nach dem 2:1 gegen Werder Bremen, "einem richtig schönen Weihnachtsgeschenk", wirkt Labbadia komplett aufgeräumt. Und blickt zurück - auf eine Hinrunde, die es in allen Belangen in sich hatte. Kurz vor dem Fest spricht der 43-Jährige über ...



... den Derbysieg: "Es war das i-Tüpfelchen für unsere Vorrunde. Wir haben vor dem Spiel verschiedene Hebel in Bewegung gesetzt, um die Mannschaft zu motivieren. Und man hat von der ersten Minute an gemerkt, dass sie diesen Sieg einfahren wollte. Derbys stehen über allem."



... das Positivste an der Hinrunde: "Ich sehe mich darin bestätigt, dass die Mannschaft einen guten Charakter hat. Überraschend war, dass sie innerhalb kürzester Zeit unsere neue Spielart angenommen hat - und das auch mit Begeisterung. Wir haben gesagt, dass wir uns nicht nach dem Gegner richten wollen. Und trotz all unserer Ausfälle haben wir unser Auftreten nicht verändert. Wir können behaupten, dass wir es geschafft haben, unser Spiel durchzuziehen."



... das Verletzungspech: "Gott sei Dank hatten wir keinen einzigen Trainingsunfall, das ist außergewöhnlich. Wir müssen permanent die Luft anhalten, dass das nicht auch noch passiert. Ohne Jerome Boateng werden wir zum Rückrundenstart 14 Feldspieler zur Verfügung haben. Aber bislang haben wir immer an uns geglaubt. Andere Mannschaften wären eingeknickt. Allerdings hätten wir trotz aller Ausfälle aus einigen Spielen noch mehr rausholen können."



... die größte Enttäuschung: "Im DFB-Pokal waren wir nicht verantwortungsvoll genug. Die Niederlage in Osnabrück ist der einzige Makel, den wir hatten. Das ist sehr schade. Sonst hätten wir von einer außergewöhnlichen Vorrunde sprechen können."



... mögliche Winter-Zugänge: "Wir haben im Sommer große und gute Investitionen getätigt. Durch die Verletzungen ist unser Kader jetzt allerdings schon ziemlich ausgereizt. Aber wir werden nichts tun, was dem Verein schadet. Wir schauen, ob es Spieler gibt, die uns helfen können und bezahlbar sind. Dann sehen wir weiter. Aber natürlich sind wir gerade im Angriff sehr dünn besetzt."



... seine heimlichen Stars: "Man achtet ja oft nur auf die spektakulären Spieler. Aber Joris Mathijsen ist unglaublich wichtig. Auch David Jarolim. Dennis Aogo hat alle Spiele gemacht. Über alle aber würde ich nach dieser Vorrunde das Team als Ganzes stellen."



... Titelträume: "Wir müssen sehr sorgsam mit unserer Situation umgehen. Viele glauben, dass all unsere Verletzten zum Rückrundenstart wieder da sind. Aber sie werden teilweise erst sehr spät in der Rückrunde oder gar nicht mehr zur Verfügung stehen. Normalerweise hätte ich kein Problem damit, hohe Ziele auszugeben. Der Anspruch des HSV muss es sein, permanent unter die ersten drei zu kommen."



... Tomàs Rincón: "Was in den letzten Wochen passiert ist, hat er sich ganz allein erarbeitet. Er hatte es nicht leicht, weil er sich zuvor in den Spielen nicht zeigen konnte. Aber er kam jeden Tag mit einer Einstellung zum Training, als würde er spielen. Fleiß und Einsatz werden belohnt. Und in den letzten vier Wochen war er der Gewinner überhaupt. Das freut mich. Er ist ein gutes Beispiel für alle."



...seine Zukunft: "Man spürt, dass bei den Verantwortlichen der Wunsch da ist, langfristig mit einem Trainer zu arbeiten. Das merkt man vor allem, wenn auch mal härtere Entscheidungen getroffen werden müssen."



... Weihnachten: "Ich war vergangenen Freitag mit meinem Assistenten Eddy Sözer spontan zum ersten Mal auf dem Weihnachtsmarkt am Rathaus. Ich liebe Weihnachtsmärkte, habe auch einen Glühwein getrunken und wurde oft angesprochen. Es war wunderschön. Weihnachten ist für mich ohnehin das schönste aller Feste. Wir haben uns entschieden, dieses Jahr in Hamburg zu feiern. Wie immer traditionell, es wird Raclette geben, vielleicht gehen wir in die Kirche."



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Datum:  22.12.2009
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