Beide nennen sich Casino. Beide sind an der Esplanade, mitten in der City. Doch während das "Casino Esplanade" mit 18 Spieltischen und 140 Automaten lockt, bieten im "Royal Casino Club" gleich gegenüber ein Dutzend attraktive Damen ihre Dienste an. Das führt zu kuriosen Irrtümern.
Kurz vor Mitternacht im erst am 2. Dezember eröffneten Zocker-Tempel an der Ecke Esplanade/Stephansplatz: Ein Kölner Geschäftsmann lässt sich in einem Taxi vorfahren, steht irritiert im Foyer. Flüsternd fragt er den Herrn am Empfang: "Wo sind denn hier die Weiber?" Der antwortet cool: "Schräg gegenüber finden Sie das, was Sie suchen." Hintergrund der Verwechslungs-posse sind Kärtchen, die die Puffbetreiber des "Royal Casino Clubs" an Hamburger Taxifahrer verteilen. Dort steht: "Liebe Taxifahrer. Ab jetzt gibt es 20 Euro pro Gast - garantiert". Die Fahrer lesen dann auf der Karte oft nur "Casino" und fahren die auswärtigen Freier statt in den Puff zur Spielbank gegenüber.
Hergen Riedel, Sprecher des Casinos Esplanade: "Das ist sehr unerfreulich, wir prüfen rechtliche Schritte." Ganz unschuldig gibt sich Bordellbetreiber Andreas S. (36): "Ich hab den Laden, der früher Alster-Bar hieß, vor einem Jahr übernommen. Bei der Namensfindung haben wir uns überhaupt nicht am Spielcasino gegenüber orientiert." Das seine Gäste statt bei seinen Damen jetzt am Spieltisch landen, findet er "unglücklich". Der Bordellier will jetzt andere Karten für die Taxifahrer drucken lassen, mit denen künftig keine Verwechslungsgefahr mehr besteht. Der 36-Jährige sagt: "Ansonsten sind hier aber auch die Gäste des Spielcasinos herzlich willkommen. Eine halbe Stunde mit unseren Klassefrauen kostet nur 100 Euro, einen Drink gibt es schon für 10 Euro."
Vielleicht ein Angebot für Zocker, die sich über Verluste am Spieltisch hinwegtrösten wollen. So etwa nach dem Motto: "Pech im Spiel, Glück in der Liebe".