Stattliche elf Jahre ist es nun schon her. Am 9. Mai 1999 gewann der FC St. Pauli durch Tore von Marcus Marin (2) und Ivan Klasnic bei Energie Cottbus mit 3:0, seitdem gab's im Stadion der Freundschaft nix mehr geschenkt. "Gefühlt habe ich im Osten immer verloren", unkt Holger Stanislawski, der aber guter Dinge ist, dass sich dies am Freitagabend (18 Uhr, LIVE-TICKER AUF MOPO.DE) grundlegend ändert.
"Ich habe immer gesagt, dass die Saison erst Mitte März so richtig losgeht", meint der Coach der Braun-Weißen, der nach vier sieglosen Partien am Stück bekanntlich fürs letzte Match gegen Oberhausen einen Neustart ausgerufen hatte. "Der ist uns mit dem 5:3 ja gut geglückt." Sehr angetan war Stani von dem "Willen, das Ding unbedingt zu gewinnen". Genau der könne seiner Ansicht nach auch entscheidend sein auf der Zielgeraden der Saison.
"Glück oder Pech gibt's jetzt nicht mehr", sagt der 40-Jährige in Anspielung auf Äußerungen seines geschätzten Cottbuser Kollegen "Pele" Wollitz ("Wenn wir uns treffen, haben wir uns immer viel zu erzählen"). Der hatte sich erst nach dem jüngsten 1:4 von Lautern wieder über Benachteiligung durch Schiri-Entscheidungen echauffiert. Für Stanislawski nicht akzeptabel. "Wer verloren hat, dem hat schlicht das Selbstvertrauen gefehlt", glaubt er.
Den Druck sieht er komplett auf den Schultern der Gastgeber. "Die müssen gewinnen, wir wollen." In Cottbus habe man sich die Saison sicher anders vorgestellt, "aber jetzt haben sie als Bundesliga-Absteiger nur fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz".
Auf eben jenem - nur in der Gegenrichtung - hat sich St. Pauli eingenistet, gleichfalls mit fünf Zählern Polster. "Fünf, sechs Klubs" hat Stani noch auf der Liste der Aufstiegskandidaten, selbst Bielefeld findet dort seinen Platz. Fakt aber ist, dass seine Jungs einen großen Schritt nach vorne machen können - wenn's im Osten mal was Neues gibt.