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Persepolis

Die Story: Die Wirren der islamischen Revolution im Iran, gesehen mit den Augen eines aufmüpfigen Mädchens aus einer gebildeten, freigeistigen, politisch engagierten Teheraner Familie: Acht Jahre alt ist Marjane, als der Schah von Persien vertrieben wird und mit den fundamentalistischen Mullahs neue Diktatoren an die Macht kommen, die das moderne, fortschrittliche Land in kürzester Zeit ins Mittelalter zurückwerfen. Doch die rebellische Göre trägt Lederjacke zum vorgeschriebenen Kopftuch, besorgt sich auf dem Schwarzmarkt Iron-Maiden-Kassetten und macht erste Erfahrungen mit Jungs. Ihre Eltern schicken sie aus Furcht vor Verhaftung ins Exil nach Wien - aber dort, in einem katholischen Mädchenpensionat, fühlt sie sich wie eine Außerirdische ...



Die Regisseure: Für die Verfilmung ihrer autobiografischen Comic-Romane hat sich die Exil-Iranerin Marjane Satrapi mit dem Underground-Comic-Künstler Vincent Paronnaud zusammengetan. Ihr Zeichenstil, angelehnt an Art Spiegelmans "Maus"-Comics, zelebriert meisterhaft die Kunst des Weglassens: Klare, stilisierte Schwarz-Weiß-Bilder bringen das Geschehen stets auf den Punkt. Rotzfrech wird etwa die Scheinheiligkeit der religiösen Sittenwächter durch den Kakao gezogen. Der Film, in Cannes zu Recht mit dem Preis der Jury ausgezeichnet und nun Frankreichs offizieller Oscar-Kandidat, räumt auf mit gängigen Vorurteilen gegen den Iran: Er zeigt ein schönes Land mit reicher Kultur und einem freundlichen, offenen und sehr humorvollen Volk. Kaum je wurden ernste, komplexe Themen derart unterhaltsam, spannend und witzig aufbereitet: Schockierende Szenen und saukomische Einfälle stürzen den Zuschauer in ein Wechselbad der Gefühle - sie zeigen, dass Leid und Lachen nah beieinander liegen. Und dass subversiver Humor noch immer die schärfste aller Waffen ist. Deutsch synchronisiert wurde Marjane übrigens von Jasmin Tabatabai, die ebenso wie Marjane Satrapi im Iran aufwuchs und im Zuge der islamischen Revolution ins Exil ging - dass sie zudem eine großartige Sprecherin ist, hat sie erst jüngst als deutsche Stimme von Edith Piaf in "La Vie en Rose" bravourös bewiesen.



Fazit: Dieses Zeichentrick-Meisterwerk ist ein Muss für jeden Kinofan. Ach was, es ist ein Darf: Denn in dieser frechen, fesselnden Tragikomödie erfährt man nicht nur mehr als in jeder Doku - sie macht auch noch saumäßig viel Spaß.

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Datum:  22.11.2007
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