Diese Momente werden ihn begleiten. "Sie werden mich tragen", sagt Mladen Petric rückblickend, noch immer fassungslos. Der Mittwochabend, 22.26 Uhr. Der "Magier" ist zurück, er schwebt auf das Spielfeld der Nordbank Arena und seinem Comeback entgegen. Die Fans auf allen vier Tribünenseiten erheben sich und bereiten Petric einen Empfang, den er später nicht in Worte fassen möchte. "Weil es so überwältigend war, dass man es besser so stehen lassen sollte."
Der HSV führte zu diesem Zeitpunkt schon mit 2:0 gegen Rapid Wien. Petric trug nichts Gravierendes zum Sieg mehr bei. Sein Auftrag war ein anderer: Er brachte den Fans die Hoffnung zurück.
Das Blitz-Comeback des "Magiers", ganze 54 Tage nach seiner Sprunggelenks-OP, bildete das Ende der Tristesse. Verletzungssorgen noch und nöcher plagen den HSV, zumindest Petric aber ist zurück. Mit einer gehörigen Gänsehaut. "So einen Empfang gibt es nicht oft im Leben - schön, dass ich so was erleben durfte."
Wie geht es nun weiter? Petric bleibt vorsichtig. "Wir wollten den Spagat wagen, dass ich jetzt immer dabei bin, obwohl ich noch Aufbau brauche", so der 29-Jährige. Auch morgen gegen Hoffenheim wäre er mit einem Einsatz über 20 Minuten zufrieden.
Sein bislang geheimes, persönliches Ziel hat er schon erreicht. "Dieses Spiel gegen Rapid hatte ich mir immer vorgenommen", erklärte der Kroate und sorgte für Erstaunen. Schon vor Wochen tüftelten Petric und die HSV-Physios den Plan aus, bis dahin im Eiltempo fit zu sein. Ziel Nummer zwei nimmt er nun ins Visier: "Es wäre sensationell, wenn in der nächsten Zeit jetzt noch ein Törchen dazu kommt!"
Doch selbst, wenn es nicht gelingt, "zumindest will ich der Mannschaft helfen, oben zu bleiben". Die Hoffnung lebt. Dank des "Magiers" der Herzen.