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Coca-Cola im Klassenzimmer

Werbe-Terror jetzt auch in der Schule

Über dem Schuleingang weht eine Vodafone-Fahne, Schüler in Nike-Uniformen kicken mit Coca-Cola-Bällen. So oder ähnlich könnte ab Oktober der Alltag an Hamburgs Schulen aussehen. Die Bildungsbehörde hebt das Werbeverbot auf. Die Erlöse kommen den Schulen zugute.



"Es gibt durch das schon erlaubte Sponsoring bereits Firmenwerbung an Schulen", argumentiert Behördensprecher Alexander Luckow. Von Sponsoring profitierten aber vor allem Schulen in wohlhabenden Stadtteilen. Durch die neuen Werbemöglichkeiten hätten auch Schulen in Brennpunkten eine Chance. Luckow: "Wenn der Schulleiter keine Werbung für Schokoriegel möchte, gibt es die auch nicht." Formale Einschränkung: Der "Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule darf nicht gefährdet" und "die Rechte von Schülern und Eltern nicht eingeschränkt" werden.



Klaus Wendlandt, Chef des Schulleiterverbands, betrachtet den Tabubruch zwiespältig: "Wenn man verantwortungsvoll damit umgeht, ist das eine Chance für Schulen. Man könnte es aber auch als Sparmaßnahme der Bildungsbehörde sehen."



Wilfried Buss (SPD) glaubt: "Schulen werden stigmatisiert. Natürlich werden sich Coca-Cola, Nike und Reebok nur dort breitmachen, wo sie auf kaufkräftige Eltern hoffen." Das sagt auch Elternkammer-Vize Hans-Peter Vogeler: "Die soziale Schere vergrößert sich, weil sich Schulen in angesehenen Stadtteilen besser vermarkten können."



Gegen Werbung an Schulen ist Christa Goetsch (GAL): "Eltern müssen darauf vertrauen können, dass ihre Kinder in der Schule Bildung erhalten, kein Konsumtraining!" Sigrid Strauß von der Lehrergewerkschaft GEW kritisiert den "unverzeihlichen Tabubruch".



In Berlin darf seit 1997 an Schulen geworben werden. Laut Peter Sinram, Sprecher der GEW Berlin, nutzen dies aber nur wenige Firmen. Die Schulen sähen von den Einnahmen wenig, das meiste Geld fließe in die Bildungsverwaltung.

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Datum:  30.8.2007
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