Die CDU schwingt jetzt die Wahlkampf-Keule. Vor allem in der Schulpolitik will die Union bei der Bürgerschaftswahl punkten.
Zum Abschluss der traditionellen Klausurtagung im Heide-Ort Jesteburg, an der neben Bürgermeister Ole von Beust und den Senatoren mehr als 100 Mandatsträger teilnahmen (MOPO am Sonntag berichtete), präsentierte Parteichef Michael Freytag gestern die Kampagne. Unter dem Motto "Ich kämpfe für meine Schule" will sich die CDU als Retter der Gymnasien profilieren. "Wir wollen deutlich machen: Wer SPD und GAL wählt, stimmt für die Abschaffung der Gymnasien", so Freytag. Hintergrund: Grüne und Bildungspolitiker der SPD machen sich für eine Gemeinschaftsschule stark. Die Union favorisiert dagegen das "Zwei-Säulen-Modell" aus Gymnasium und Stadtteilschule.
Der Startschuss für die CDU-Kampagne fällt am 23. November. Vor insgesamt zehn Gymnasien, die quer über das Stadtgebiet verteilt sind, werden Großplakate aufgestellt, auf denen vor "staatlichen Einheitsschulen" gewarnt wird (s. oben). Am 1. Dezember ist ein stadtweiter Aktionstag mit Info-Ständen geplant. Und am 11. Dezember gibt es eine zentrale Veranstaltung für Schüler, Eltern und Lehrer im "Cinemaxx"-Kino am Dammtor mit Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig und CDU-Schulexperte Robert Heinemann. "Wir werden im Gegensatz zu den Befürwortern der Einheitsschule das Elternwahlrecht respektieren", so Dinges-Dierig. Rund 51 Prozent der Eltern melden ihr Kind am Gymnasium an.
Die SPD bestreitet derweil, die Gymnasien - wie von der CDU behauptet - abschaffen zu wollen. Landeschef Ingo Egloff: "Anstatt diese Kampagne der Panikmache zu betreiben, sollte sich die CDU um die eigentlichen Probleme der Schulpolitik kümmern." Nach wie vor stünden zwölf Prozent der Schüler eines Jahrgangs ohne Abschluss da. GAL-Fraktionschefin Christa Goetsch warf der CDU vor, mit dem "primitiven Schlagwort" von der Abschaffung der Gymnasien eine moderne Weiterentwicklung des Schulsystems zu verhindern.