Ghostface Killah
Die Solo-Karriere von Wu-Tang-Clan-Mitglied Ghostface Killah hat mit "More Fish" eine Eigenständigkeit erreicht, die am Anfang so nicht zu erahnen war. Den Produzenten-Job übernahmen diesmal Könner mit Neigungen zu strangen Sounds - wie Anthony Caputo, Hi-Tek oder MF Doom. Trotzdem zeigt Killah, dass er ein Soul-Boy ist, der tief in der R'n'B-Historie sucht. (sn)
"More Fish" (Def Jam/Universal)
Nas
HipHop ist nicht tot, es gibt nur ein paar Fehlentwicklungen. Ganz unschuldig ist auch Nas nicht daran, dass dieses Genre unter kommerziellem Missbrauch leidet. Darüber rappt der New Yorker, hin- und hergerissen zwischen der Liebe zur einstigen Subkultur und dem geldbringenden Star-Dasein. Gäste sind Jay-Z, Dr. Dre, Kanye West und Kelis. Ein gutes Album, das mit Themen aus "In-A-Gadda-Da-Vida" von Iron Butterfly und aus "Der Pate II" arbeitet. (sn)
"HipHop Is Dead" (Universal)
Sonic Youth
Im Sommer überraschten New Yorks Gitarren-Noise-Avantgardisten ihre Fans mit dem recht zugänglichen Album "Rather Ripped". Auf diesem Nachzügler verfallen sie in die alte Pop-Verweigerungshaltung. Aus den Tiefen ihres Archivs hoben Sonic Youth B-Seiten, Raritäten, Unveröffentlichtes und "Diamond Sea" in einer 25-Minuten-Version. Teilweise ist das Material 14 Jahre alt, von Patina aber keine Spur. (sn)
"The Destroyed Room" (Geffen/Universal)
»The Departed«
Ein großartiger Film verlangt eine ebenbürtige Musik. Martin Scorsese hat seinen Mafia-Thriller mit Jack Nicholson, Leonardo DiCaprio und Matt Damon hochkarätig besetzt, und auch der Soundtrack geizt nicht mit Namen: Van Morrison, The Band und Roger Waters intonieren Pink Floyds "Comfortably Numb", Songs der Stones und Beach Boys tauchen auf. Aber auch die Folk-Punks Dropkick Murphys sowie die Sixties-Band Human Beinz können voll überzeugen. (sn)
"O.S.T." (Warner)