Die Opposition hat ihre Kritik an der schwarz-grünen Schulreform weiter verschärft. Die SPD warf Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) in der Bürgerschaft vor, mit ihrem "Primarschulexperiment" einen besseren Unterricht zu verhindern. Nötig seien z.B. bessere Sprachförderung sowie mehr Hortbetreuung.
Ties Rabe (SPD) bezichtigte die CDU erneut des Wortbruchs, da sie das Elternwahlrecht abschaffen wolle. Bei der Diskussion über die Zukunft der Gymnasien verbiege sich die CDU so sehr, dass "man nur noch Mitleid haben kann". Den Start der Schulreform verglich er mit dem Ablegen der "Titanic" zu ihrer letzten Fahrt. "Jetzt sind wir mitten im Eisfeld. Doch statt die Warnsignale zu hören und umzukehren, lässt der Senat die Bordkapelle spielen."
Goetsch selbst verteidigte die Reform. Man dürfe nicht nur reden, sondern müsse auch handeln: "Und das tun wir - orientiert an den Bedürfnissen der Schüler." Dass Schulen die Primarschule zu unterschiedlichen Zeiten einführen, sei kein Zeichen für eine chaotische Planung, sondern komme den Bedürfnissen der einzelen Schulen nach, die unterscheidlich gut vorbereitet seien. Goetsch: "Es gibt keine Alternative zum jetzigen Konzept, deshalb starten wir nächstes Jahr."
Für eine Überraschung sorgte Joachim Bishoff (Linke). Er widersprach der Interpretation der SPD: "Die Primarschule ist nicht nur ein Koalitionskompromiss, sondern mittlerweile ein Projekt aus Überzeugung. Wir begrüßen diesen Positionswechsel."