CDU und GAL klopfen sich für das Projekt gegenseitig auf die Schultern. Der "Runde Tisch zur Sexarbeit", ein 35-köpfiges Gremium von Branchenkennern und Behördenvertretern, soll die Situation von Prostituierten in Hamburg verbessern und hat im März seine Arbeit aufgenommen. "Wir wollen gegen Menschenhandel vorgehen und bessere Ausstiegsmöglichkeiten für Prostituierte schaffen", erklärte Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU) gestern in der Bürgerschaft. Die Opposition warf dem Senat dagegen schwere Versäumnisse vor.
"Der runde Tisch ist längst überfällig", sagte die Linken-Abgeordnete Kersten Artus. In der Vergangenheit habe der Senat das Thema kaum beachtet und einem Streetworker-Projekt für Prostituierte die Finanzierung verweigert. Die SPD-Abgeordnete Gabriele Dobusch schlug dann auch in dieselbe Kerbe: "Wenn der Senat nicht so lange untätig gewesen wäre, hätten wir die heutigen Probleme nicht mehr."
Die GAL sieht in dem runden Tisch eine gute Grundlage, um die Prositution als legalen Beruf gesellschaftsfähig zu machen. Das Gremium solle prüfen, ob künftig ein "Bordell-TÜV" und die Änderung der Prostitutions-Sperrgebiete in Hamburg sinnvoll seien.