Die U4 wird 43 Millionen Euro teurer, die Elbphil-harmonie 37 Millionen, die Umgehung Finkenwerder verschlingt 25 Millionen mehr. Für die Opposition ist klar: Die Serie von Kostenexplosionen geht auf das Konto der CDU-Regierung. "Nach und nach kommen die Altlasten ans Licht, die Ex-Bausenator Freytag hinterlassen hat", stichelte SPD-Stadtentwicklungsexperte Jan Quast. "Die Planungsfehler des Senats summieren sich inzwischen auf 280 Millionen Euro", rechnete GALier Claudius Lieven vor.
Bedenklich sei, dass sich alle Projekte schon vor dem ersten Spatenstich verteuert hätten, monierte SPD-Mann Quast. Zudem seien die Gründe für die Kostensteigerungen unglaubwürdig. "Sie haben die U4 schöngerechnet, um Berlin zu täuschen", so Quast in Anspielung auf den angekündigten 113-Millionen-Euro-Zuschuss vom Bund. "Hören Sie auf", ereiferte sich CDU-Verkehrsexperte Klaus-Peter Hesse. "Glauben Sie ernsthaft, dass Senat und Behörden absichtlich falsch gerechnet haben? Das ist naiv."
Doch GALier Jörg Lühmann legte in puncto U4 nach: "Die nächste Kostensteigerung bedeutet das Aus für die Bundeszuschüsse." Bausenator Axel Gedaschko (CDU) widersprach: "Wir haben das Kosten-Nutzen-Verhältnis neu bewerten lassen. Ergebnis: Wir können das Geld vom Bund für die U4 weiter einplanen." Auch die Umgehung Finkenwerder werde gebaut - trotz der ärgerlichen Kostensteigerungen, versi-cherte Gedaschko.