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BÜRGERMEISTERKANDIDAT

Ahlhaus falsch verbunden?

Sie tragen schräge Mützen, trinken Bier bis zum Erbrechen, haben Probleme mit Frauen, fuchteln mit Degen rum und stehen oft ganz rechts am Rand: So denkt man im liberalen Hamburg über Burschenschaften und Studentenverbindungen. Jetzt kommt raus: Bürgermeisterkandidat Christoph Ahlhaus (CDU) ist Mitglied eines solchen Vereins – was ihm jetzt reichlich unangenehm ist.



Heidelberg, vor zehn Jahren: Ahlhaus ist CDU-Ortschef. Auf der Suche nach Unterstützern schaut er auch bei den verlässlich konservativen Verbindungen vorbei. Besonders nett scheint es bei der "Turnerschaft Ghibellinia" gewesen zu sein. Das eine oder andere Bier habe er dort getrunken, heißt es. Und plötzlich war der jetzige Innensenator Mitglied, wie die Kampagne "Keine Stimme den Nazis" jetzt rausbekam.



"Ahlhaus war nicht als Student aktiv und hat nicht gefochten", betont die aufgeschreckte Innenbehörde. Zudem sei er nur eine Art Gastmitglied. "Seit mehreren Jahren besteht zwischen Ahlhaus und der Turnerschaft kein Kontakt", so Sprecher Thomas Butter.



Grund der Aufregung: Die Ghibellinen sind zwar kein stramm rechter Verein. Aber unbescholten sind sie auch nicht. So sind sie Mitglied im Dachverband "Coburger Convent" (Motto: Ehre, Freiheit, Freundschaft, Vaterland). Die junge Elite schließt Frauen aus und trifft sich jährlich in Bayern zu Fackelmärschen und Deutschlandlied-Gesängen.



2006 wollte die SPD ihren Genossen eine parallele Mitgliedschaft im Coburger Convent verbieten – musste das Ansinnen aber nach lautem Protest zurückziehen. Auf CDU-Seite ist es dagegen üblich, dass Politiker Mitglied der konservativen Seilschaften sind.



Blöd für Ahlhaus: Ausgerechnet die Grünen, die ihn in einem Monat zum Bürgermeister wählen, protestieren seit Jahren gegen die Coburger Deutschtümelei. Die bayerischen Grünen beschuldigten die Teilnehmer erst im Mai, sich "bewusst in eine bedenkliche Nähe zur chauvinistischen und nationalistischen deutschen Vergangenheit" zu begeben.



Damit will Ahlhaus, der sich derzeit in Rekordzeit ein liberales Image verpasst, jetzt nichts zu tun haben. Doch die Ghibellinen bezeichnen sich als "Lebensbund": Wer einmal dabei ist, bleibt dabei.

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Datum:  25.7.2010
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