BÜRGERMEISTER-WAHL
Ahlhaus' kurioser Triumph
Eindrücke von bisherigen Schlagermoves Teil 1
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Das Ergebnis riss die CDU-Abgeordneten jubelnd von ihren Plenarstühlen, minutenlang brandete der Applaus bei den Christdemokraten – die GAL hingegen hielt sich auffallend zurück. Damit hatte wohl niemand gerechnet: Christoph Ahlhaus fuhr ein Sensationsergebnis bei seiner Wahl zum Bürgermeister ein, erhielt mindestens zwei Stimmen der Opposition!
Von den 121 Abgeordneten stimmten 70 für ihn, es gab eine Enthaltung. Schwarz-Grün verfügt über 68 Sitze. Entsetzen bei der Opposition. Der schwarze Peter wurde hin- und hergeschoben: „Jede Wette, das war die SPD“, so der Abgeordnete der Linkspartei, Joachim Bischoff.
Während Ex-Bürgermeister Ole von Beust erstmals auf der Besuchertribüne Platz nahm und das Geschehen verfolgte, war um 15.30 Uhr der Rollentausch perfekt: Mit der religiösen Vereidigungsformel „So wahr mir Gott helfe“ startete Ahlhaus ins Amt des Bürgermeisters. Die Stimmenzahl war für ihn überwältigend: „Ich bin dankbar für dieses besondere Ergebnis, daraus ergibt sich für mich eine zusätzliche Verpflichtung, Bürgermeister für alle Menschen dieser Stadt zu sein“, so Ahlhaus nach seiner Wahl.
CDU-Fraktionschef Frank Schira bekam sich gar nicht mehr ein, klatschte Parteikollegen ab, strahlte übers ganze Gesicht. „Die Koalition hat gehalten. Das gibt uns den nötigen Rückenwind“, so Schira.
Einen kleinen Seitenhieb in Richtung Opposition konnte er sich nicht verkneifen: „Wir können von einer geschlossenen Fraktion sprechen, die SPD nicht.“
Schira ging wie viele andere davon aus, dass die Abweichler nicht in den Reihen der Linkspartei zu suchen sind.
Der Ansicht war auch die Fraktionschefin der Linkspartei, Dora Heyenn: „Das muss definitiv die SPD gewesen sein. Aus unserer Fraktion geht jedenfalls niemand mit Ahlhaus Wein trinken.“ Auch der erstmals als fraktionslos erschienene Abgeordnete Bülent Ciftlik bestritt, Ahlhaus gewählt zu haben. In der SPD herrschte Ratlosigkeit: Ich bin überrascht, dass die Opposition nicht geschlossen abgestimmt hat“, so Fraktionschef Michael Neumann.
Rein rechnerisch wäre es sogar möglich, dass insgesamt drei Stimmen aus der Opposition kamen. Dies wäre dann der Fall, wenn die eine Enthaltung auf das Konto der GAL ginge.
Auf der Besuchertribüne strahlte die neue First Lady Simone Ahlhaus (34), die ihrem Mann gemeinsam mit ihren Eltern Elfriede und Manfred Giebel die Daumen drückte.
Einen Dämpfer erhielt Ahlhaus bei der Bestätigung seiner Senatoren durch die Bürgerschaft: Vier Abgeordnete von Schwarz-Grün stimmten gegen sie.
Ahlhaus wird seine Regierungserklärung mit den Inhalten seiner Politik am 15. September in der Bürgerschaft abgeben. „Ein wichtiges Thema steht bereits fest: Hamburg als Umwelthauptstadt 2011“, so Ahlhaus.
Die Wahl von Ahlhaus
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Gratulation vom Vorgänger: Ole von Beust freut sich über die Wahl von Ahlhaus.
Foto: dpa
Gratulation auch von der Schulsenatorin: Christa Goetsch (GAL) umarmt Hamburgs neuen Ersten Bürgermeister.
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Ahlhaus bei seiner Vereidigung.
Foto: dpa
Gratulation vom Vorgänger: Ole von Beust freut sich über die Wahl von Ahlhaus.
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Umfrage - was muss der neue Senat jetzt anpacken?
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Umfrage - was muss der neue Senat jetzt anpacken?
Bilinc Ercan (30), Rechtsreferendarin aus Ottensen:
„Ich möchte, dass die Bildungspolitik mehr thematisiert wird. Es ist wichtig, dass die Schüler in kleineren Klassenverbänden unterrichtet werden. Auch längeres Lernen finde ich nach wie vor gut.“
Foto: Volker Schimkus
Veronika Gilde (35), Krankenschwester aus Bahrenfeld: „Er sollte mehr Hortplätze schaffen. Es ist schwierig, einen Platz zu finden. Fast überall sind schon lange Wartelisten. Weil ich keinen Hortplatz für meinen Sohn gefunden habe, muss ich jetzt Teilzeit arbeiten.“
Foto: Patrick Sun
Jost Wandschneider (62), Kaufmann aus Seevetal:
„Ich arbeite hier und finde, dass zu wenig im Bereich Verkehr getan wird. Wann wird der Elbtunnel endlich fertig? Wann gibt es eine Querspanne durch den Hafen? Und wer kümmert sich um die Knotenpunkte ?“
Foto: Volker Schimkus
Bärbel Tippe (66), Rentnerin aus Bahrenfeld:
„Kinderbetreung, Sozialer Wohnungsbau und mehr Spielplätze... Das alles sind Punkte, die der Senat noch verbessern soll. Außerdem muss noch mehr Geld für Schulen her.“
Foto: Volker Schimkus
Sigrid Sander (63), Buchhalterin aus Bahrenfeld: „Er sollte dafür sorgen, dass es bezahlbaren Wohnraum in Hamburg gibt. Die Mieten sind hier viel zu teuer. Es ist wichtig, dass die Menschen anständig wohnen und trotzdem noch etwas Geld übrig bleibt.
Foto: Volker Schimkus
Maria Hermann (53), Dipl. Pädagogin aus Altona:
„Im sozialen Bereich werden zur Zeit sehr viele Kosten eingespart. Doch das Geld wird dringend benötigt. Außerdem wird die Kluft zwischen arm und reich immer größer.“
Foto: Volker Schimkus
Eva-Maria Kruse (25), Projektmanagerin aus Eimsbüttel: „Ich wünsche mir, dass der neue Senat bei den Kürzungen die Kultur nicht so sehr schröpft und dass die Koalition weiterhin gut läuft.“
Foto: Volker Schimkus
Mark Mattes (34), Künstler aus St. Pauli: „Ich erwarte nichts und will Neuwahlen!“
Foto: Patrick Sun
Rolf Brecht (71), Rentner aus St. Pauli: „Der Bürgermeister sollte sich für eine bessere Integration der Ausländer einsetzen. Er müsste vermeiden, dass es eine Ghettobildung gibt, und Deutschkurse anbieten. Sprache ist wichtig für die Annäherung. “
Markus Hansen (39), Grafiker aus Barmbek:
„Was ich mir vom neuen Bürgermeister Christoph Ahlhaus erhoffe? Ich wünsche mir für meine fünfjährige Tochter, dass nicht noch mehr im Bereich Bildung und Kita gespart wird.“
Foto: Patrick Sun
John Asschenfeldt (40), Betriebsleiter aus Winterhude: „Christoph Ahlhaus soll auch über die nächsten zwei Jahre hinaus denken – und vor allem auch so handeln.“
Foto: Patrick Sun
Dirk Meier (32), Arbeitssuchender aus Bahrenfeld: „Es muss mehr Angebote für die Jugendlichen geben. So lässt sich Langeweile vermeiden. Wichtig ist es auch, junge Leute mit einem schlechten Abschluss zu fördern. Auch sie sollten die Chance auf eine Ausbildung kriegen.“
Foto: Volker Schimkus
Mai-Britt Maciejek (25), Flugbegleiterin aus Fuhlsbüttel: „Ich wünsche mir, dass die schwarz-grüne Koalition so weitermacht, wie es der jetzige Ex-Bürgermeister Ole von Beust damals angefangen hat.“
Foto: Patrick Sun
Timo Heldt (21), Student aus St. Pauli: „Ich möchte, dass mehr für die Jugend in Hamburg getan wird. Zum Beispiel mit Projekten, in Jugendzentren oder Sportvereinen. Die Jugendlichen sollten sich austoben und Aggressionen abbauen können.“
Julietta Santos da Costa (45), stellv. Hauswirtschaftsleiterin aus Bahrenfeld: „Der Bürgermeister sollte die Schulreform noch einmal aufgreifen und durchsetzen. Ich finde, es ist wichtig, dass die Kinder bis zur sechsten Klasse zusammenbleiben.“
Felix Sockolowsky (23), Speditionskaufmann aus Langenhorn: „Mein Wunsch an den neuen Bürgermeister Ahlhaus: Ich hätte gern weniger 30er-Zonen und mehr Kreisverkehr.“
Volker Schlotter (25), Student aus Altona:
„Ich wünsche mir mehr Einsatz für die Bildung. Man sollte die Studiengebühren abschaffen und die Lehrer an den Schulen besser auswählen und fortbilden. Wenn nötig, muss man die Möglichkeit haben sie zu entlassen.“
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Der alte und der neue Bürgermeister: Christoph Ahlhaus mit Ole von Beust.
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Ahlhaus mit Schulsenatorin Christa Goetsch.
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Nicht immer unumstritten: Protest gegen Ahlhaus.
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Die Schöne und der Bürgermeister: Christoph Ahlhaus mit Ehefrau Simone auf dem Hamburger Dom.
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Und dem Stuttgarter Weindorf auf dem Rathausmarkt.
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Trauriger Anlass: Ahlhaus mit Ehefrau beim Gottesdienst für die verstorbene Hamburger Ikone Heidi Kabel.
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Christoph Ahlhaus mit seiner Frau Simone bei seiner Nominerung für das Bürgermeisteramt.
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Das sind Hamburgs neue Senatoren
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Neuer Wirtschaftssenator: Der umstrittene Ian Karan (parteilos).
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Hamburgs neuer Kultursenator Reinhard Stuth (CDU).
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Neuer Innensenator ist Heino Vahldieck (CDU).
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Die Ahlhaus bei der Dom-Eröffnung
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Die Ahlhaus bei der Dom-Eröffnung
Noch eine gebrannte Mandel, Schatz? Man beachte die farbliche Harmonie zwischen ihrer Kostümjacke und seiner Krawatte.
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Strahlen wie die Honigkuchenpferde: Simone Ahlhaus (34) soll ihrem Gatten Christoph (40) mehr jugendliche Frische verleihen.
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Strahlen wie die Honigkuchenpferde: Simone Ahlhaus (34) soll ihrem Gatten Christoph (40) mehr jugendliche Frische verleihen.
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