Der kleine Shadow (9) ist ein Dackelmix, ein lieber, eher schüchterner Hund. Am 19. Oktober 2009 wurde der Fell-Knirps von einem kräftigen Mann schwer verletzt: Herbert T. (44) aus Jenfeld trat mit solcher Wucht auf Shadow ein, dass das Schienbein des Hundes brach und er einen Zahn verlor.
Gestern stand der Brutalo vor dem Amtsgericht Wandsbek.
Shadows Frauchen Manuela Sch. (54) ist Tagesmutter und hatte an jenem Tag, wie so oft, ihren Enkel Nino (12) und zwei Tageskinder mit Shadow zum Gassigehen geschickt.
Was dann passierte, schilderten die Kinder so: Shadow soll sich mit einem Pudelmix gezankt haben, dessen Herrchen habe ihn dann sehr fest getreten. „Ich hatte Angst“, erklärt Nino, „Shadow jaulte und konnte nicht mehr laufen.“
Der Angeklagte, ein Nachbar, bestreitet die Vorwürfe. „Der Hund sprang mich an und kratzte mich an der Hand, ich habe ihn nur runter gedrückt“, erklärt der bullige Minijobber. Der Amtstierarzt glaubt diese Version nicht: „Es gehört eine erhebliche Energie dazu, einem Hund das Scheinbein zu brechen. Das muss ein kräftig ausgeführter Tritt gewesen sein.“
Shadows Frauchen schildert das Leid ihres Lieblings: „Er musste operiert werden, wir mussten ihn zum Gassigehen immer runtertragen, er jaulte tagelang.“
Inzwischen geht es dem Vierbeiner wieder gut, er schmust mit Nino und tollt durch die Wohnung. Bis es soweit war, zahlte sein Frauchen 500 Euro an Tierarztrechnungen.
Herbert T., Vater zweier erwachsener Kinder, muss nun 400 Euro Strafe wegen Sachbeschädigung und Tierquälerei zahlen. Er ging nach dem Urteil grußlos an Shadows Frauchen vorbei.