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BRANDSERIE AUF SYLT: Die Jagd auf den Feuerteufel

Feuer auf Sylt

Feuerteufel wird er genannt, aber dieser Begriff ist zu harmlos, zu verniedlichend. Der Mann, der nachts durch Sylt schleicht, Brände legt und die Trauminsel in Angst und Schrecken versetzt, spielt bewusst mit Menschenleben! Denn wer sonst hält sein Feuerzeug an ein Bett, in dem jemand schläft? Wer sonst zündet die Vorhänge an, wenn im Zimmer eine 91-jährige schwer pflegebedürftige Frau im Bett liegt? Pures Glück, dass noch niemand starb!



Gut 19.000 Einheimische leben auf Sylt. Hinzu kommen derzeit rund 180.000 Besucher. Und irgendwo mittendrin der Gesuchte. Was sind seine Motive? Die MOPO auf Spurensuche.



Und die beginnt genau dort, wo der Täter Montag kurz nach Mitternacht seine Serie begann und wo er sie dann nach dreieinhalb Stunden auch beendete, indem er ein zweites Mal Feuer legte: Im AWO-Pflegeheim Westerland, wo 250 gebrechliche Menschen leben, die sich aus eigener Kraft nicht hätten retten können.



Heimleiterin Silke Renning ist entsetzt über die Kaltblütigkeit. "Er hat den Tod von Menschen mindestens billigend in Kauf genommen." Und so ging der Unbekannte vor: Durch eine offene Terrassentür gelangte er in den Keller, wo ein Mitarbeiter auf einer Pritsche schlief. "Der Kollege wachte vom Rauch auf und sah, dass das Fußende des Bettes schon brannte." Hätte der Mitarbeiter nichts bemerkt, wäre er gestorben und das Feuer wäre aufs ganze Haus übergegriffen. Silke Renning fragt sich wieder und wieder: "Was für ein Mensch macht sowas? Er muss gesehen haben, dass da jemand im Bett lag!"



Eine von denen, die mit dem Schrecken davon gekommen sind, ist die 91-jährige Heimbewohnerin Margarete Busch. Durch ein auf Kipp gestelltes Fenster versuchte der Unbekannte, die Gardine ihres Zimmers in Brand zu stecken – erfolglos. Die alte Dame versucht jetzt, der Tat das Beste abzugewinnen: "Immerhin bin ich lange nicht mehr soviel besucht worden wie seither", sagt sie lächelnd. "Eben war die Polizei da. Jetzt Sie.“"



An sieben Orten hat der Brandstifter Feuer gelegt: Drei Holzhäuser der Akademie am Meer sind völlig in Flammen aufgegangen. Das Vier-Sterne-Hotel "Windrose" in Wenningstedt ist unbewohnbar. Die Gäste verbrachten den Rest der Schreckensnacht auf dem Sylter Flugplatz, wo insgesamt 400 Brandopfer notdürftig untergebracht wurden.



Geht die Serie weiter? Ein Mitglied des Sylter Rettungsdienstes, der ungenannt bleiben will, äußert am Dienstag den Verdacht, dass es so bald kein Ende haben werde. "Das war noch nicht alles", sagt er. "Da kommt noch was." Er erinnert daran, dass der Täter ja auch schon in der vergangenen Woche zugeschlagen hat. Ein ganzes Appartmenthaus musste da evakuiert werden, als es im Keller lichterloh brannte. "Der kann gar nicht anders. Der will immer mehr."



Und wieder die Frage: Wer macht sowas? "Ein Verrückter", ist Katrin Fifeik, 53-jährige Bürgermeisterin von Wenningstedt-Braderup, überzeugt. An politische Motive glaubt sie nicht. Andere schon: Wie zum Beispiel Horst-Arno Gülcher, 61-jähriger Seniorchef der Hamburger Modekette "Steffi Moden". "Neid" hält er für das Motiv. Neid auf die Reichen. Der Brandstifter will vielleicht ein Zeichen setzen gegen den Ausverkauf Sylts, gegen die Schickeria vom Festland, die die Immobilienpreise in die Höhe treibt. Ein Indiz, das für diese Theorie spricht: Vergangene Woche waren Autoreifen von 40 Nobelkarossen zerstochen worden – was auf Sylt noch nie vorgekommen ist.



Was auch immer das Motiv des Brandstifters ist – eins hat er geschafft: Sylt in Angst und Schrecken zu versetzen. Carolin Burger (21), Touristin aus Ansbach/Franken: "Ich schlafe schlecht, denke oft daran, dass vielleicht auch mich der Feuerteufel heimsucht." Urlauberin Rosemarie F. (64) aus Steinfurt: "Ich habe regelrecht Panik, ich gebe es zu."



Die Sylter Kripo wurde durch Beamte aus Husum, Niebüll und Flensburg verstärkt. Die 20 Ermittler haben nur ein Ziel: die Brandserie so schnell wie möglich stoppen!

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