Die Brandstifter schlugen fast zeitgleich in Bahrenfeld, Groß Borstel und Rahlstedt zu, steckten in der Nacht zum Donnerstag fünf Postautos an. Die Staatsschutz-Kripo geht von einem politischen Hintergrund aus.
Die Brandserie begann um 2.57 Uhr an der Sibeliusstraße (Bahrenfeld). Hier steckten die Täter einen Ford Transit an. Obwohl Polizisten die Flammen schnell mit einem Feuerlöscher bekämpften, wurde das Fahrzeug schwer beschädigt. Es gehört einem Ehepaar (beide 44) aus Ghana. Beide hatten sich das Auto vom Munde abgespart, um sich eine bescheidene Existenz als Subunternehmer der Post aufzubauen. Um 3.09 Uhr schlugen Flammen aus drei VW Caddys, die auf dem Gelände eines "Zustellstützpunkts" für Briefe an der Papenreye (Groß Borstel) abgestellt waren. Um 3.14 Uhr schließlich kletterten die Täter über den Zaun einer "Zustellbasis" für Pakete am Oldenfelder Bogen (Rahlstedt) und steckten einen Mercedes Sprinter an. Postsprecher Martin Grundler verurteilte gestern die "kriminellen Handlungen" und kündigte eine Verbesserung der Sicherungsmaßnahmen seines Unternehmens an.
Zu möglichen politischen Motiven der Brandstifter wollte er sich nicht äußern. Die Kripo verfolgt eine Spur in die linke Szene. Dort läuft eine Kampagne gegen Pläne der Post-Tochter DHL, die Logistik der Bundeswehr zu übernehmen. Im Internet wird angekündigt, die Post "in die Zange zu nehmen". Weiter heißt es: "Die Post ist deshalb so angreifbar, weil in jedem Dorf ein Briefkasten, in jeder Stadt ein Postamt steht. Uns steht eine bunte Palette der Widerstandsformen zur Verfügung, welche sich weder an legale noch an illegale Formen bindet."
Auch in Husum und Berlin hatte es Brandanschläge auf Postautos gegeben.
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