Gäbe es Hochleistungssport auf dem Klavier, er müsste Boogie-Woogie heißen. Auf der "Boogie Woogie Nacht" im ausverkauften St. Pauli-Theater reichen sich gleich drei Koryphäen der rasenden Tastenkultur die Hand - und dazu sitzt mit Charlie Watts (68) auch noch ein waschechter Rolling Stone hinterm Schlagzeug!
Am Flügel: die Engländer Ben Waters und Jools Holland (bekannt auch durch die BBC-Sendung "Later With Jools Holland", die im ZDFtheaterkanal ausgestrahlt wird) sowie der Hamburger Boogie-Altmeister Axel Zwingenberger. Am Bass: Dave Green, der mit Jazz-Größen Sonny Rollins auf der Bühne stand.
Während Zwingenberger wie immer entspannt lächelt und seine Tastenteufelei so beiläufig wirkt, als würde er im Kaffee rühren, bringt Waters den zweiten Flügel wortwörtlich zum Tanzen: Bei den klangsprühenden Überfliegern, den wüst rollenden Basslinien und den geradezu wahnwitzigen Läufen hebt das massive Instrument ab, rüttelt und wackelt im Takt, als würde unter ihm ein Erdbeben wüten. Es ist kein elektronischer Trick, es sind die kräftigen Beine des Pianisten, die das rund 300 Kilo schwere Instrument so in Bewegung versetzen. Beim jubelnden Publikum bricht ein noch stärkeres Beben aus, als Holland mit hoher, kräftiger Stimme sein "When Did You Leave Heaven" und Lila Ammons mit ihrem bluesigen Timbre von ihrer Vorliebe für Spinat singt. Nach drei Stunden veredeln dann alle sechs Musiker zusammen den Boogie - doch da gibt's im Saal längst kein Halten mehr.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?