Frankfurt/Main - Der deutsche Aktienmarkt hat nach guten Vorgaben Gewinne verzeichnet. Der Leitindex DAX stieg um 0,54 Prozent auf 6589 Zähler. Für den MDAX ging es um 0,62 Prozent auf 9263 Punkte hoch. Der TecDAX gewann 1,95 Prozent auf 740 Zähler.
«Wir hatten gute Vorgaben, vor allem nach dem Rekordhoch des Dow Jones am Dienstag in New York», sagte Marktstratege Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). «Momentan kämpft der DAX etwas mit der Marke von 6600 Punkten. Ich hoffe aber, dass wir die noch vor Weihnachten nachhaltig überwinden.» Derzeit werde der Markt nicht von Einzeltiteln nach oben gezogen, sondern gehe auf breiter Front hoch.
Übernahmefantasie im Stahlsektor, ein positiver Ausblick der Wirtschaftsvereinigung Stahl und höhere Prognosen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) trieben ThyssenKrupp mit plus 3,34 Prozent auf 34,38 Euro hoch. Damit führte die Aktie die Gewinnerliste im DAX an. Im MDAX legten die Titel von Salzgitter um 2,11 Prozent auf 98,63 Euro zu. Der weltgrößte Stahlproduzent Arcelor Mittal übernimmt zwei Konkurrenten. Zudem interessiert sich der Konzern laut Zeitungsberichten für eine Kontrollmehrheit am russischen Stahlkocher MMK.
DaimlerChrysler-Aktien legten um 1,88 Prozent auf 47,15 Euro zu. Auch die anderen Autotitel legten zu. BMW stiegen um 0,84 Prozent auf 43,45 Euro, und Volkswagen gewannen 0,78 Prozent auf 85,46 Euro. Porsche-Titel kletterten um 1,79 Prozent auf 970,19 Euro.
Versorgerwerte gehörten dagegen nach negativen Nachrichten zu den Verlierern. Eine Abmahnung des Bundeskartellamts an RWE wegen Strompreis-Berechnungen ließ deren Aktien um 0,88 Prozent auf 87,14 Euro fallen. Titel des Konkurrenten E.ON, der mit einer ähnlichen Entscheidung rechnen muss, büßten im Gefolge 0,66 Prozent auf 101,89 Euro ein. RWE warf dem Bundeskartellamt indes vor, mit seiner Abmahnung die Grundlagen der Preisbildung auf dem Strommarkt zu ignorieren.
Im MDAX waren EADS-Titel mit plus 2,89 Prozent auf 24,93 Euro Spitzenreiter. Händler verwiesen auf einen milliardenschweren Auftrag. Aktien von Wincor Nixdorf verteuerten sich um 2,43 Prozent auf 111,80 Euro. Der Geldautomaten- und Kassensystem- Hersteller will für ein Programm zur Mitarbeiterbeteiligung rund ein Prozent seiner Aktien zurückkaufen. LEONI-Papiere gerieten nach einer kritischen Studie unter Druck und verloren am Indexende 3,78 Prozent auf 31,30 Euro. Bei den Technologiewerten stiegen MorphoSys um 7,91 Prozent auf 52,00 Euro. Der TecDAX-Spitzenreiter profitierte von Nachrichten zum Ausbau der Zusammenarbeit mit Pfizer.
Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,88 (Dienstag: 3,86) Prozent. Der Rentenindex REX sank um 0,10 Prozent auf 117,22 Punkte. Der Bund- Future notierte kaum verändert mit minus 0,02 Prozent auf 116,80 Zähler. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3203 (Dienstag: 1,3158) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7574 (0,7600) Euro.