Es war der Trend der vergangenen zwei Sommer - Tattoos über dem Steiß, auch liebevoll "Arschgeweih" genannt. Kaum ein junges Mädel, bei dem nicht zwischen Hüfthose und Hemdchen so eine Tätowierung hervorlugte. Doch was vor zwei Jahren noch superhip war, ist mittlerweile mega-out. Blöd nur: Mode geht, Tattoos bleiben.
"Als ich mir mein Tribal-Muster stechen ließ, fühlte ich mich total cool, jetzt ist es out. Ich finde es peinlich", erzählt Erzieherin Janine Balkan (25). So fühlen sich gerade viele Frauen in Hamburg: die Hautbildchen werden lästig, manchmal verformen sie sich sogar noch durch Gewichtszunahme. Die Folge: Tattoo-Entfernung ist gefragt wie nie. Doch mit welcher Methode? Abschleifen, Rauschneiden oder Wegätzen? Narbenfrei gehts angeblich per Laser.
"Wir verzeichnen eine gestiege Nachfrage und das Klientel wird immer jünger", so Dr. Kay Nienstedt aus dem Harburger Laserzentrum. Auch Dr. Walter Trettel von der Kosmed Klinik bestätigt den Trend: "Wir behandeln pro Woche etwa 15 Tattoo-Patienten. Und es werden mehr." Trettel , der sich seit zehn Jahren mit der Tattoo-Entfernung befasst, erklärt: "Bis so ein Hautbildchen vollkommen verschwunden ist, braucht es sechs bis acht Sitzungen - das richtet sich je nach Größe und Tiefe der Farbe."
Und so funktionierts: Der Laser sucht sich das Farbpigment in der Haut und zerteilt den Farbstoff in winzig kleine Partikel, die dann von den körpereigenen Gewebezellen aufgenommen und abtransportiert werden. Eine Sitzung dauert wenige Minuten und wird nach zwei bis drei Wochen wiederholt. Die Schmerzen sind erträglich - etwa so wie beim Tattoo-Stechen. Der Preis: 50 bis 300 Euro muss man pro Sitzung rechnen. "Dafür bin ich im Sommer mein Arschgeweih los", sagt Janine Balkan mit einem Lächeln.
Karin Trettel (50) lasert Janine Balkan (25) das ungeliebte "Arschgeweih" weg
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