Doch, doch, wir reden hier über Wasser. Über nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine banale Flasche Wasser. Wobei "banal" in diesem Fall eigentlich der gänzlich falsche Ausdruck ist. Den glamourösen Namen "Bling" trägt dieser Schampus unter den Wässerchen, der Schriftzug ist mit kleinen Swarovski-Kristallen in die Flasche eingelassen. In Amerika ist das spleenige Angeber-Nass schon länger ein Hit. Seit dieser Woche führt es auch das Bistro auf dem Blankeneser Süllberg. Und jetzt kommts: Für schlappe 75 Euro steht die 0,75-Liter-Flasche auf der Karte.
"Ein Gag halt", sagt Süllberg-Chef Karlheinz Hauser. Und muss selber ein wenig grinsen, während er das Wasser in seinem Glas hin- und herschwenkt. So als wäre es ein großer Wein. "Bling" stammt - woher auch sonst - aus Beverly Hills. Die Schönen und Reichen lieben es, es fließt auf MTV-Partys, taucht in motzigen HipHop-Videos auf. Wer gerne zeigt, was er hat, kann das nun selbst beim banalen Wassertrinken tun.
"Natürlich ist das albern", sagt Hauser schmunzelnd. "Aber wir haben unsere Wasserkarte mit allen möglichen internationalen Quellen. Da sollte das ,Bling'-Wasser nicht fehlen." Seit dieser Woche hat der Gastronom in seinen Kühlschränken aufgerüstet. Mehr als 60 internationale Mineralwasser gibt es nun in Hamburgs höchstgelegenem Restaurant. Mit Elbblick lässt sich etwa "Karoo" probieren, das aus einer Steinwüste in Südafrika stammt. Und "Cloud Juice", gewonnen aus 9750 tasmanischen Regentropfen pro Flasche. Und das koschere "Lauretana", das einem 4000 Meter hohen österreichischen Bergmassiv entspringt. Und keine Sorge, die gibts zu Preisen von 8 bis 14 Euro - aber ohne Glitzersteinchen auf der Flasche.
Bestellt hat das 75-Euro-"Bling" bisher noch kein Gast. Wahrscheinlich schweift der Blick bei dem kuriosen Preis doch eher rüber zu den Weinen und Speisen. Statt einer Flasche "Bling" könnte der Gast sich für das gleiche Geld für zwei Magnumflaschen von Franz Kellers Grauem Burgunder entscheiden. Oder sich einen edlen Bordeaux wie den "Château La Lagune" gönnen. Oder hungrig einfach mal elf Waldpilzsuppen ordern.
Bleibt die Frage: Wie schmeckt denn das "Bling"-Wasser nun? Na, wie Wasser halt. Das große A-ha-Erlebnis bleibt bei dem Inhalt aus - wobei es ein leckeres, stilles Tröpfchen ist.
Aber dafür funkeln die Steinchen im Sonnenlicht auf der Elbterrasse so schön keck bis auf den Nachbartisch rüber. Heute mal Selters statt Sekt - könnte Eindruck schinden.