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BIZZARER STREIT

Nazi-Zoff im Swinger-Club

Bizarrer Streit um Swinger-Club "Eden"

Ein Schmuckstück ist die Immobilie an der Jenfelder Straße nicht. Ein karger Gelbklinkerbau, dunkel, umgeben von hohen Birken. Im Erdgeschoss befindet sich seit fünf Jahren der Swingerklub "Eden". Die Geschäfte laufen gut, sagt Betreiber Michael Uhlig (43): "An manchen Tagen kommen 150 Gäste." Gegenstand des Streits ist auch nicht die "frivole Bar" (Uhlig), sondern die fünf Zimmer darüber.



Bislang hatte der "Eden"-Chef die Räume im Dachgeschoss (13 bis 25 Quadratmeter) an Prostituierte vermietet. Für 18 Euro pro Zimmer und Tag. Mitte August gab’s plötzlich Post vom Bezirk: Uhlig habe die Vermietung sofort zu beenden. Andernfalls drohe ihm ein Bußgeld von 4000 Euro.



Der 43-Jährige fügte sich, setzte die Frauen vor die Tür. Anlass für das Schreiben: Bezirksamtsleiterin Cornelia Schroeder-Piller (CDU) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wandsbek aufzuwerten und die Prostitution aus Wohngebieten verschwinden zu lassen.



Die fehlende Miete wird für Michael Uhlig zum Problem: "Mir gehen monatlich 2500 Euro durch die Lappen." Es sei schwierig, die Räume an Privatpersonen zu vermieten: "Die Zimmer sind klein, die Lage ab vom Schuss." Wenn ihm der Bezirk schon verbiete, an Prostituierte zu vermieten, solle er ihm doch wenigstens helfen, "normale" Mieter zu finden.



Das lehnt der Bezirk ab: Es sei nicht Aufgabe des Amtes, private Wohnungen zu vermitteln, sagt Sprecherin Sonja Feßel. Uhlig wählte daraufhin eine härtere Gangart und drohte: "Dann vermiete ich eben an die NPD. Die bekundet bereits seit zwei Jahren Interesse."



Der Konter des Amtes folgte postwendend. Feßel: "Wir lassen uns nicht erpressen." Und: "Wir haben Hinweise darauf, dass Herr Uhlig Verbindungen zur rechten Szene hat." Der 43-Jährige soll einen "nahen Verwandten" bei der NPD in Süddeutschland haben. Michael Uhlig erstattete daraufhin Anzeige wegen Verleumdung – und ruderte zurück: Er wolle die Rechten "auf keinen Fall" im Haus haben. "Ich habe mit der NPD nichts zu tun."



Beim Bezirk hält man es für möglich, dass er das NPD-Szenario erfunden hat, um den Druck auf die Politik zu erhöhen und so doch noch die Genehmigung für die Prostituierten zu bekommen. Feßel: "Weder wir noch der Staatsschutz haben Hinweise darauf, dass die Partei tatsächlich Interesse an den Räumen hat."



Michael Uhlig kündigte gestern an, sich nun doch nach privaten Mietern umsehen zu wollen.

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Datum:  25.11.2010
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