Sie finden Ihre Kfz-Versicherung zu teuer? Bis zum 30. November können Sie den Anbieter fürs kommende Jahr wechseln. Fragt sich nur, wer die günstigsten Konditionen bietet. Durchblick durch den Tarifdschungel versprechen Vergleichsportale im internet - kostenlos, unabhängig und schnell. Die Zeitschrift "Öko-Test" hat 15 Webseiten unter die Lupe genommen.
Rasante Preisänderungen: Gerade in der "heißen Phase" Ende des Jahres, wenn viele Versicherungsnehmer auf der Suche nach einem neuen, günstigeren Tarif sind, liefern sich viele Anbieter einen harten Preiskampf. "Wir können unsere Prämien jederzeit der Marktlage anpassen", sagt Niek Ligtelijn vom Onlineanbieter Ineas. Die Folge: Wer einen Überblick über die rund 80 Versicherungen mit zusammen etwa 280 Tarifen haben will, muss auf eine ständig aktualisierte Datenbank zugreifen können. Doch die vollständige Übersicht über den gesamten Markt bietet keiner der Anbieter. "Öko-Test" hat 15 Portale anhand von zwei Modellkunden getestet: eine junge Fahrerin, die eher mäßige Leistungen nachfragt, und ein Ehepaar auf der Suche nach anspruchsvollerer Absicherung. Die Trefferliste jedes Anbieters wurde mit einer eigenen Hitliste verglichen, die die Unternehmensberatung Nafi für das Magazin erstellt hat.
Wovon leben die Vergleichsportale? Riesige Datenbanken mit Unmengen von Tarifen, akribisch gepflegt und aktualisiert - und alles gratis. Da stellt sich für den Verbraucher die Frage, wie sich diese aufwendigen Angebote finanzieren. Die Vergleichsportale sind zwar nicht wirtschaftlich mit den Assekuranzen verbandelt. Doch die hinter ihnen stehenden Makler und Mehrfachagenten leben überwiegend von Abschlussprovisionen, die die Anbieter ihnen zahlen. Im Schnitt erhalten die Portale etwa 100 Euro pro Abschluss. Sieben Portale weisen auf ihren Webseiten darauf hin, dass sie Provisionen kassieren: pecupool.de, geld.de, toptarif.de, finance scout24.de, comfortplan.de, ino24.de und fss-online.de. Teilweise sind diese Angaben auch in den AGB versteckt. ino24.de und fssonline.de nennen außerdem auch die Anbieter und Tarife, auf die beim Vergleich zurückgegriffen wird. Das machen in vorbildlicher Weise auch aspect-online.de und check24.de.
Die fünf Besten: Fünf Portale schafften es auf Rang eins: ino24.de, aspect-online.de, insurancecity.de, forium.de und versicherung.net - mit jeweils vier Volltreffern auf den ersten Plätzen und weiteren Treffern, die auf der "Öko-Test"-Liste unter den ersten zehn standen. Drei der Portale (insurance city.de, forium.de und versicherung.net) nutzen den Tarifrechner von aspect-online.de.
Die Schlusslichter: Abgeschlagen im Vergleich der Vergleichsportale landeten Anbieter, die keine individuellen Qualitätseinstellungen ermöglichen, zum Beispiel asuro.de und geld.de. So bekommt der Interessent möglicherweise Autopolicen, die zwar preiswerter sind, aber seinen Ansprüchen nicht genügen. Und das kann dann wiederum teuer werden - etwa bei Billigtarifen ohne Mitversicherung der groben Fahrlässigkeit.