Die Story: Der elfjährige Woody trampt auf der Suche nach dem Blues durchs Land. Dem 19-jährigen Arthur bringen seine scharfzüngigen Gedichte Ärger mit den Behörden ein. Der Folk-Barde Jack Rollins wird mit seinen Protestsongs zum Sprachrohr einer ganzen Generation. Der Bandleader Jude Quinn überfordert sein starrköpfiges Publikum mit neuartigem Elektro-Rock. Der Schauspieler Robbie Clark feiert im Kino Erfolge, versagt aber als Familienvater. Und der gealterte Outlaw Billy the Kid setzt sich in einem Westerndorf gegen korrupte Lokalpolitiker zur Wehr ...
Die Schauspieler: Marcus Carl Franklin spielt einen farbigen Bluesmusiker, Ben Whishaw einen provokanten Poeten, Christian Bale einen den Krieg verdammenden Country-Sänger, Cate Blanchett einen qualmenden Rockstar, der kürzlich verstorbene Heath Ledger eine Hollywoodgröße, deren Ehe den Bach runtergeht, und Richard Gere einen Westernhelden im Rentenalter. Sechs auf den ersten Blick grundverschiedene Rollen, die aber doch nur Aspekte ein und derselben Figur beleuchten. Der Clou: Alle Charaktere sind Mosaiksteine aus dem bewegten Leben des Songwriter-Idols Bob Dylan.
Der Regisseur und Co-Drehbuchautor: Beim Schreiben des Skripts wurde Todd Haynes ("Dem Himmel so fern") bewusst, dass Dylans bisheriges Leben vor allem von radikalen Veränderungen geprägt ist. Um dieser Erkenntnis Ausdruck zu verleihen, splittete der Filmemacher seine Hauptfigur kurzerhand auf. Dabei unterliegt die Aufteilung keinen festen Regeln - weder folgt sie chronologischen Erwägungen noch ist sie allein mit Stilepochen oder politischen Strömungen zu erklären. Schlussendlich ist diese Mehrdeutigkeit aber genau der richtige Weg, um der unnahbaren Popkultur-Ikone gerecht zu werden.
Fazit: Stark besetzte Künstlerbiografie, deren Experimentierfreude fasziniert.