Der Taxifahrgast hat einen Traum: Dass eines Tages der Wagen, in den er steigt, glänzt. Dass der Fahrer ihm die Tür aufhält. Dass der Fahrpreis sich halbiert. Ein Traum, der in Köln wahr geworden ist - und es auch in Hamburg werden soll.
Die Firma "American Mini Cab" ist Anfang Oktober in der Rheinstadt an den Start gegangen. Die Chauffeure tragen Anzüge und halten dem Fahrgast die Türen zu ihren Kleinbussen auf. Die Fahrpreise sind halb so hoch wie die der beigefarbenen Taxiwagen. Allerdings kann man die Wagen nicht am Taxistand oder auf der Straße anhalten. Man muss sie über eine Nummer rufen.
Angeblich will das Unternehmen bald auch in Hamburg fahren. "Uns liegt kein Antrag vor", heißt es jedoch bei der Stadtentwicklungsbehörde. Und: Mini-Cab-Geschäftsführer Arash Daryadel will in Köln über 60 Fahrzeuge verfügen. Nur zwei Genehmigungen erteilte das Ordnungsamt. In London, wo Daryadel zuletzt wohnte, wurde ein Mann gleichen Namens zu drei Jahren Haft für die Fälschung von Führerscheinen verurteilt. Die beiden Mini-Cab-Rufnummern waren gestern dauerbesetzt, Daryadel nicht zu erreichen.
Der Traum von ausschließlich sauberen Wagen mit ausschließlich freundlichen Fahrern zu Spottpreisen bleibt wohl ein Traum.