Der Abfall erreicht locker die Höhe eines Einfamilienhauses. Sperrmüll, Tüten und Kartons türmen sich in Richtung Decke. Ein buntes Durcheinander. 20 Minuten später, eine Halle weiter. Aus dem Müll sind nach Stoffen getrennte Würfel geworden. Gestern hat Norddeutschlands größte Sortieranlage für Gewerbeabfälle an der Liebigstraße (Billbrook) den Betrieb aufgenommen.
Was früher in der Verbrennung landete, wird heute zu Rohstoffen verarbeitet - und an die Industrie verkauft. Die Unternehmen Buhck und Karl Meyer haben zwölf Millionen Euro in die Anlage gesteckt. Kapazität: bis zu 120000 Tonnen pro Jahr. Betreiber ist die gemeinsame Firma "Bestsort". Der Müll landet erst in der Lagerhalle. "Skurril, was man so findet. Auch Orden gab es schon", sagt Matthias Griem, Betriebsleiter der Anlage. Zweite Station ist der Schredder, dann gehts weiter zu einem Sieb, das die Stoffe nach Größe vorsortiert.
Holz und Papier werden dann per Luftstrahl aussortiert, Materialien wie Folie greifen Mitarbeiter vom Förderband. Am Ende kommen die Stoffe getrennt in die Presse und werden hier zu 1,10 mal 1,10 Meter großen Würfeln aus Papier, Kunststoff oder Folie. So verpackt kann der einstige Müll nun als wertvoller Rohstoff weiterverkauft werden.