Es rumort an Hamburgs Gymnasien. Grund: die Gedankenspiele über die Einführung der sechsjährigen Grundschule. Vor allem der Lehrerverband Hamburg macht mobil.
Noch während der Sondierungsgespräche hatte Bürgermeister Ole von Beust (CDU) der umworbenen Braut GAL zu verstehen gegeben, er könne sich auf eine sechsjährige Grundschule für alle einlassen. Obwohl abschließende Verhandlungen über dieses Thema noch ausstehen, laufen Lehrer dagegen bereits Sturm. Indirekt werfen sie von Beust Wortbruch vor, da er sich im Wahlkampf für den Erhalt der Gymnasien starkgemacht hatte.
Der Lehrerverband Hamburg (DLH) hat nun einen offenen Brief an von Beust geschrieben. "Eine sechsjährige Grundschule für alle würde das Gymnasium zerschlagen", orakelt DLH-Vorsitzender Matthias Oehlrich darin. In der sechsten Klasse begännen auf den Gymnasien bereits die zweite Fremdsprache und andere wichtige Fächer. Die erhöhten Anforderungen könnten nicht erst in der siebten Klasse und damit zeitgleich zur einsetzenden Pubertät beginnen, so das Argument.
Oehlrich fordert die CDU auf, gegenüber der GAL beim Thema Schulstruktur hart zu bleiben, sonst wären viele ihrer Wähler enttäuscht. Von Beust steckt in der Zwickmühle. Denn eine schwarz-grüne Koalition dürfte ohne eine GAL-Schulsenatorin Christa Goetsch und entsprechende Zugeständnisse wohl kaum zu Stande kommen. (cmb)