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BILDUNGSPOLITIK

Rebellion gegen Schulreform

Seit Monaten hält die CDU-Spitze unter Michael Freytag ein kritisches Positionspapier zum schwarz-grünen Schulkompromiss unterm Deckel. Nun ist offenbar die Geduld der parteiinternen Kritiker erschöpft. In leicht abgewandelter Form kommt der Antrag des zurückgetretenen schulpolitischen Sprechers Robert Heinemann auf dem Kreisparteitag der CDU Altona/Elbvororte zur Abstimmung. Eingereicht vom Ortsvorstand Blankenese. Die Forderungen:



Gymnasien: Kein Gymnasialstandort darf geschlossen werden. Gymnasien mit besonderem Profil (humanistische, musische) müssen in ihrer Tradition erhalten werden. Hinter der Forderung steht die Befürchtung, dass etwa die humanistischen Gymnasien (Johanneum, Christianeum) ihre Profile nicht erhalten können, weil sie die Kinder erst nach Klasse sechs bekommen. Um diesem Problem beizukommen, sollen "Kooperationsmodelle unter Federführung der Profilgymnasien" geschaffen werden.



Fremdsprachen: In Zukunft beginnt die zweite Fremdsprache bereits in der Primarschule. Da nicht alle diese Schulen die ganze Palette an Fremdsprachen anbieten können, besteht fast die Notwendigkeit, dass Eltern bereits vor der Einschulung ihrer Kinder überlegen, auf welche weiterführende Schule ihr Kind später gehen soll. Danach muss dann die Primarschule gewählt werden. Wer später aufs Johanneum soll, der müsste so bereits in Klasse eins eine Primarschule anwählen, die Latein anbietet.



Primarschulen: Das Elternwahlrecht zwischen den drei Formen der Primarschule muss laut CDU stets gewahrt werden. So sollen alle Eltern die Möglichkeit haben, ihre Kinder auch auf eine "Langform"-Schule zu schicken. Solche Primarschulen kooperieren eng mit einem weiterführenden Gymnasium oder einer weiterführenden Stadtteilschule. Die CDU ist offenbar in Sorge, dass die Bildungsbehörde diese Langform nicht wirklich will. So betont Senatorin Christa Goetsch (GAL) immer die grundsätzliche Eigenständigkeit aller Primarschulen. Denn die Langformen bergen die Gefahr einer frühen Selektion. So könnten Eltern bevorzugt Primarschulen wählen, die mit Gymnasien zusammenarbeiten. In der Hoffnung, bessere Chancen für einen späteren Gymnasialbesuch zu haben. Gerade diese Möglichkeit möchte die CDU gesichert sehen.

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Datum:  23.10.2008
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