Das ging nach hinten los! Weil es massive Proteste von Eltern und Schulleitern hagelte, nimmt die CDU eine groß angelegte Plakatkampagne teilweise zurück.
Eigentlich sollten ab nächster Woche vor elf ausgewählten Gymnasien Schul-Wahlplakate geklebt werden. Sie alle werben für das geplante "Zwei-Säulen-Modell" der CDU und prangern die Politik von SPD, GAL und der Linken an. Die wollen laut CDU die Gymnasien abschaffen, wenn sie an die Regierung kommen.
"Gesamtschule des Johanneums - Oberstufenzentrum Nord" steht auf einem Plakat. Oder "Staatliche Einheitsschule - vormals Gymnasium Walddörfer". Die Schulen wurden über die Aktion nicht informiert und reagierten nun verschnupft.
Das Gymnasium Walddörfer etwa hat sich an die CDU gewandt und darum gebeten, dass auf den Plakaten keine Schulnamen stehen. Schulleiter Jürgen Fischer: "Das könnte von den Eltern missverstanden werden." So könnte der Eindruck entstehen, dass es bereits beschlossene Sache sei, dass das Gymnasium Walddörfer Einheitsschule werde. Und das würde sich negativ für die Schule auswirken. Diese Befürchtung hatte auch Uwe Reimer vom Johanneum. "Das riecht nach einem Eigentor." Zudem wolle man nicht in den Wahlkampf hineingezogen werden.
Deutlich betonen die Schulleiter, dass sie nichts gegen eine Kampagne für den Erhalt der Gymnasien haben. Reimer: "Aber die Gymnasien sind so gut, dass man sie gar nicht verteidigen muss, sondern sie lieber nach vorn vertreten sollte."
"Wir respektieren das und werden die Plakate ohne Schulnamen drucken", sagt der CDU-Schulexperte Robert Heinemann. "Schade, dass die Schulen offenbar mehr Angst vor der nächsten Anmelderunde haben als vor den möglichen Konsequenzen nach der Bürgerschaftswahl."