Hamburg ist mit seinem Lehrerarbeitszeitmodell (LAZM) auf dem richtigen Weg. So die Bewertung von Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig (parteilos), nachdem eine Unternehmensberatung das umstrittene Modell jetzt untersucht hat. Erhoffte Änderungen wird es daher nicht geben, die Senatorin räumte nur ein: "Wir müssen den Schulen das Modell noch besser erklären."
Denn nach wie vor wird das LAZM von Gewerkschaften und vielen Lehrern als "Mehrarbeitsmodell" abgelehnt. Laut Studie befürworten aber zumindest 40 Prozent der Lehrer diese neue Berechnung ihrer Tätigkeiten.
Ganz akut ist nach wie vor die Problematik, dass viele Lehrer sich seit Einführung des LAZMs nicht mehr in der Lage sehen, auch zusätzlich noch Klassenfahrten und Sportaktivitäten und -wettkämpfe anzubieten. Von 260 befragten Schulleitern gaben 170 an, dass es bei ihnen keine Klassenfahrten mehr gibt. Fast die Hälfte von ihnen muss sogar auch auf Sportangebote am Nachmittag verzichten.
Aus Sicht der Bildungsbehörde haben diese Qualitätseinbußen aber nichts mit den knappen Ressourcen der Schulen zu tun. Dinges-Dierig: "Die Schulleiter vergeben die Funktionszeiten für Sport. Daher haben sie es auch in der Hand, für Sportveranstaltungen zu sorgen." Dass das Sportangebot trotzdem so geschrumpft sei, könne nur daran liegen, "dass es uns noch nicht gelungen ist, allen Schulleitern das Modell verständlich zu machen". Ob sie es nun verstanden haben oder nicht, immerhin 75 Prozent der Schulleiter stehen laut Evaluation hinter dem neuen LAZM.
Eine zentrale Schwachstelle ist auch der Unterrichtsausfall. Denn viele Lehrer haben gerade dann Unterricht, wenn die von ihnen im Modell geforderte Vertretungsstunde gebraucht wird. Die Behörde empfiehlt hier, dass die Schulen ein bis drei Lehrer bestimmen, die für das gesamte Schuljahr den Vertretungsunterricht übernehmen.
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