Wer ein Hamburger Bier trinken will, greift zu Holsten oder Astra. Die Palette wird ab sofort erweitert – „Ratsherrn Pilsener“ ist wieder da! Die traditionsreiche Hamburger Biermarke lag lange brach, nun kommt das Gerstenbräu mit neuem Investor zurück. Gebraut wird künftig mitten im Schanzenviertel, direkt hinter Tim Mälzers „Bullerei“. Gestern haben die Bauarbeiten begonnen.
Das Bier mit dem Mann mit der Halskrause auf dem Etikett wanderte in den vergangenen Jahren von Brauerei zu Brauerei, bis es schließlich kaum noch abgefüllt wurde. Einst war „Ratsherrn“ die bekannteste Marke der Elbschlossbrauerei (Nienstedten), dann gehörte es zur Bavaria-St. Pauli-Brauerei, dann zu Holsten und schließlich zu Carlsberg. 2005 erwarb dann die „Nordmann Unternehmensgruppe“ die Markenrechte, ein Familienunternehmen mit breiten Aktivitäten in der Getränkebranche.
„Wir wollten die Hamburger Traditionsmarke aus dem internationalen Konzern herauslösen und für Hamburg erhalten“, sagt Geschäftsführer Oliver Nordmann. Die Rezeptur des Bieres wurde leicht verändert, der Mann mit der Halskrause wanderte an den Flaschenhals. Neben dem normalen Pils gibt es ein naturbelassenes Pils, ein naturtrübes Öko-Bier. Ein Sechserträger kostet im Supermarkt 3,79 Euro.
Die 2000 Quadratmeter große Ratsherrn-Brauerei entsteht in einer der alten Schlachthallen an der Lagerstraße, einen Steinwurf vom Bahnhof Sternschanze und von Tim Mälzers Restaurant „Bullerei“ entfernt.
Eine gläserne und klimaneutral arbeitende Brauerei soll es werden, mit Innenhof und Gastronomie. Besichtigungen sind erwünscht. Investition: 10 Millionen Euro.
Bis die Brauerei fertig ist, wird das neue alte Bier in Flensburg und Stralsund hergestellt. Ein echtes Kind der Schanze wird der Mann mit der Halskrause ab Sommer 2011, dann sollen pro Jahr bis zu 15 Millionen Flaschen „Ratsherrn“ an der Lagerstraße abgefüllt werden.