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Biathletin Hauswald zur Königs-Audienz

Oslo - Simone Hauswald hat in beeindruckender Manier ihren zweiten Weltcupsieg in Oslo erkämpft und durfte als Gewinnerin des Verfolgungsrennens am Holmenkollen auch erstmals zur Audienz bei König Harald V.

Als Überraschungszweiter sorgte Simon Schempp (Uhingen) für das zweitbeste Saisonergebnis der deutschen Männer. «Heute hat bis aufs Schießen alles prima gepasst: Meine Beine waren gut, das Material war gut und ich durfte zum König», sagte die 30 Jahre alte Skijägerin aus Gosheim nach ihrem Gala-Auftritt im Skisport-Mekka. Im Ziel hatte sie trotz dreier Strafrunden 5,4 Sekunden Vorsprung vor der Weißrussin Darja Domratschewa, die nur eine Handicaprunde laufen musste.

Über 12,5 Kilometer schaffte Simon Schempp mit Platz zwei das beste Weltcup-Resultat seiner Laufbahn. Der 21 Jahre alte Wahl- Ruhpoldinger schoss als einziger fehlerfrei, ging sogar als Spitzenreiter auf die letzte Runde und musste nur dem gleichaltrigen Sprint-Sieger Martin Fourcade aus Frankreich um neun Sekunden den Vortritt lassen. «Das war einfach geil. Ich habe mich heute am Schießstand extrem sicher gefühlt, bin sprachlos und super-happy. Die letzten 500 Meter konnte ich richtig genießen», sagte der vorjährige Junioren-Weltmeister.

Simone Hauswald bestätigte ihre imponierende Spätform mit einer unwiderstehlichen Attacke am Gratishaugen, dem letzten steilen Anstieg vor dem Ziel. «Am Ende der Saison möchte ich unter den ersten Drei im Weltcup sein. Das wäre ein Sahnehäubchen. So gesehen wird die Saison immer schöner. Und man soll ja aufhören, wenn's am schönsten ist», meinte Hauswald mit bezauberndem Lächeln und spielte auf ihre Rücktritts-Entscheidung an.

Zweitbeste Deutsche war Martina Beck (Mittenwald) als Siebte. Mit Platz acht baute Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner (Wallgau) vor fast 10 000 Zuschauern ihre Führung im Gesamtweltcup auf nunmehr 52 Punkte vor Hauswald und 54 Zähler auf die Schwedin Helena Jonsson aus, die das Jagdrennen als 14. beendete.

Bereits vor dem Start hatte Neuner als Gewinnerin der kleinen Kristallkugel für den Disziplin-Weltcup festgestanden. «Mir tut jeder Schritt weh und in der Situation schmerzt es noch mehr, dass ich fünfmal in die Strafrunde musste. Unheimlich motiviert hat mich aber, dass ich Gott sei Dank stets vor Helena Jonsson gelegen habe und wusste, dass im Ziel die kleine Kugel auf mich wartet», sagte «Gold- Lena» Neuner. Natürlich könne sie die Gedanken an den zweiten Weltcup-Gesamtsieg ihrer Laufbahn nicht ganz verdrängen.

«Das steckt schon im Hinterkopf. Das Ziel möchte ich schon noch schaffen», gab die 23 Jahre alte Zöllnerin zu - und schaute etwas neidisch auf die Tagessiegerin. «Simmi hat geschafft, was man machen sollte. Aufhören, wenn's am schönsten ist», sagte die Bayerin. Bei ihr sei es aber noch nicht so weit. «Ich schaue von Jahr zu Jahr. So lange mir Biathlon noch Spaß macht, bleibe ich dabei», beantwortete sie die Frage nach ihren sportlichen Plänen.

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Datum:  20.3.2010
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