MOPONews
News

Beteiligung nur mäßig

Autofreier Sonntag fiel ins Wasser

Schwarzfahren war gestern ganz legal - beim ersten freiwilligen autofreien Sonntag in Hamburg waren Busse und Bahnen den ganzen Tag kostenlos. Und doch ist diese ganz besondere Premiere gestern ins Wasser gefallen. Es regnete den ganzen Tag wie aus Eimern, viele Hamburger blieben bei diesem Schietwetter lieber zu Hause. Und wenn sie doch vor die Tür gingen, stiegen nur die wenigsten vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel um - so, wie es eigentlich gedacht war.



Mit dem kostenlosen Nahverkehr wollte die Umweltbehörde den Autofahrern das Umsteigen schmackhaft machen, dem Klimaschutz zuliebe. Erstes Fazit: Die Hochbahn berichtet zwar von etwa einem Viertel mehr Fahrgästen als sonst an einem Sonntag, die Zahl ist aber eine Schätzung. Die Hamburger Polizei sagt, dass etwas weniger Autos auf den Straßen waren.



Einer, der gestern auch nicht mitmachte, war SPD-Bürgermeisterkandiat Michael Naumann. Zum Neujahrsempfang seiner Partei im Rathaus (siehe Seite 10) kam er im Auto. Wegen Terminproblemen, wie sein Sprecher versicherte. Sein Konkurrent machte es da besser: Bürgermeister Ole von Beust fuhr zum Neujahrsempfang der CDU Eimsbüttel mit dem Bus.



Das Veranstaltungsprogramm zum autofreien Sonntag gab es auf dem Jungfernstieg. Eine Musikbühne, Info-Stände rund ums Thema Klimaschutz, Fressbuden, dazu ein Fahrbahnstreifen für Skater - und einer für Autos. "Das ist ja ein Witz, dass nicht der ganze Jungfernstieg für Autos gesperrt wurde", empörte sich GAL-Fraktionschefin Christa Goetsch, die mit ihrer Partei vorführte, wie ein dicker Geländewagen das Klima verpestet.



Großen Andrang gab es am Stand von Philips. VieleMOPO- Leser kamen, um sich mit dem Gutschein aus der MOPO am Sonntag eine kostenlose Energiesparlampe abzuholen. "Schöne Aktion", sagte Ruth Quigley (37), die sich die Energiesparlampe gemeinsam mit Töchterchen Charlotte (3) abholte.



Auch Umweltsenator Axel Gedaschko (CDU) spazierte klitschnass über den Jungfernstieg. "Das Wichtigste ist, dass die Hamburger anfangen, sich über das Thema Klimaschutz Gedanken zu machen", sagte er. Zur ausbaufähigen Beteiligung sagte er: "Wenn wir das zum vierten Mal machen, sieht das Ganze schon ganz anders aus."



Bei dem strömenden Regen musste man die Umwelt gestern tatsächlich sehr lieben, um das warme Auto stehen zu lassen. Thore Franck (37) aus Wandsbek war mit der S-Bahn zum Jungfernstieg gefahren. "Sonst bin ich immer mit dem Auto unterwegs. Ich fand die Fahrt sehr entspannt. Wenn das Wetter besser wäre, würden vielleicht auch mehr Leute mitmachen", sagte der Elektroinstallateur.



Frank Struck (40) aus Henstedt-Ulzburg war mit der ganzen Familie unterwegs. "Unser zweijähriger Sohn sollte mal Zug fahren. Er fand es total klasse", sagte er. Dem Familienvater hat der Bahn-Ausflug in die City gefallen. "Wäre schön, wenn man das mal an einem Sonnabend wiederholen könnte. Dann hätten ja auch Geschäfte auf", sagte er.



In der Tat soll der gestrige Tag wiederholt werden. Drei weitere Termine gibt es für den autofreien Sonntag in diesem Jahr, der nächste ist am 20. April. Und wenn Petrus dann etwas gnädiger ist, machen bestimmt mehr Hamburger mit.

Weitere Meldungen News
Oppositionelle protestieren auf den Malediven.

Auf den Malediven ist es am Dienstag zu einem Putschversuch gegen den ersten demokratisch gewählten Präsidenten der südasiatischen Inselkette gekommen.  mehr...

Roman Lob bei seinem Auftritt mit dem Song „Drive“

Schwungvoll kam er auf die Bühne, doch als Roman loslegte, sah der Zuschauer nur, wie sich seine Lippen bewegten - zu hören war nichts.   mehr...

Juliet (8) liebt ihre Haustiere und Heavy-Metal.

In „My First Hardcore Song“ („Mein erstes Heavy-Metal Lied“) besingt Juliet ihre geliebten Haustiere - den Dackel Robert und ihre Zierfische. Das 59-Sekunden Video ist ein echter Internet-Hit.   mehr...

Datum:  21.1.2008
Empfehlen: E-Mail
Kontakt: Redaktion
Artikel: Drucken

Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?