Bei der Jobsuche sind sie für die Jugendlichen eine der ganz wichtigen Anlaufstellen: die 52 Berufsberater und Berufsberaterinnen der Agentur für Arbeit. Eine von ihnen ist Anja Mennenga. Die 28-Jährige ist seit eineinhalb Jahren Berufsberaterin: "Besonders der persönliche Kontakt mit Jugendlichen macht mir viel Spaß." Anja Mennenga geht regelmäßig in die Schulen und spricht mit Jugendlichen oder berät sie in der Agentur für Arbeit. Sie hat Erfahrung mit den häufigsten Sorgen und Problemen der jungen Leute. Hier ihre Tipps:
- Wenn Schüler völlig ratlos sind, welcher Beruf ihnen liegen könnte: Ganz wichtig sind realistische Infos über die Berufsfelder. Die Jugendlichen müssen dann auch herausfinden, wo ihre Stärken liegen. Ein Interessentest im Internet (www.planet-beruf.de) trägt dazu bei, in dieser Frage weiterzuhelfen.
- Schlechte Zeugnisse: Wie können sich Jugendliche bei dem Arbeitgeber trotzdem positiv darstellen: Schüler müssen dann versuchen, ihre starken Seiten abseits der Noten herauszufinden und diese auch in der Bewerbung betonen. Die Berufsberater helfen bei der Bewerbung und bereiten den Schüler auch auf das Bewerbungsgespräch vor, sodass er beim zukünftigen Arbeitgeber überzeugend wirkt. Wichtig ist auch, zum Beispiel das soziale Engagement zu betonen. Wer sich bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert, sollte das sagen. Das macht einen positiven Eindruck.
- Wie kann man sich weiter motivieren, wenn viele Job-Gesuche schon fehlgeschlagen sind: Fast immer war die Bewerbung schlecht, oft auch mit vielen Rechtschreibfehlern. Häufig haben sich die Jugendlichen auch bei Betrieben mit zu hohen Anforderungen beworben – das kann dann nicht klappen.
- Wie wichtig ist heute der Einfluss der Eltern bei der Berufswahl: Eltern üben einen sehr großen Einfluss aus. Sie haben ganz bestimmte Berufsziele für Ihre Kinder vor Augen. Oft sind die Fähigkeiten der Kinder aber nicht für diese Berufsziele geeignet. In einem Gespräch mit den Eltern versuchen die Berufsberater, die Eltern entsprechend zu beeinflussen.
- Wann sollte man als Schüler spätestens mit der Jobsuche beginnen: Man sollte sich eineinhalb Jahre vor dem Schulabschluss schon mit den Bewerbungsunterlagen befassen. Bei kleineren Handwerksbetrieben kann es ruhig später sein.
- Ist Flexibiliät bei der Vielfalt an Ausbildungsberufen zu empfehlen: Viele Jugendliche sind leider total festgefahren, was ihren Berufswunsch angeht und lassen sich nur schwer davon abbringen. Wichtig ist, nicht nur einen Beruf ins Auge zu fassen, sondern besser drei bis fünf ähnliche. Wer Kauffrau im Einzelhandel werden möchte, sollte den Job einer Verkäuferin im Auge haben. Flexibilität, auch im regionalen Bereich, ist sehr wichtig. Häufig sind Schüler auch auf weiterführende Schulen fixiert, obwohl ihr Notendurchschnitt längst nicht dafür ausreichend ist.