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Bekennerschreiben eingegangen

Überfall auf Wache: War das nur der Anfang?

Auszüge aus dem Bekennerschreiben

Demnach ist die Attacke ein Racheakt für den heute vor einem Jahr von Polizisten erschossenen Griechen Alexandros Grigoropoulos (15). Und: Die Gruppe droht mit weiteren Anschlägen.



Die Absender nennen sich "Koukoulofori". Das ist griechisch und bedeutet so viel wie "die Kapuzenträger" oder "die Vermummten". In dem anderthalbseitigen Brief bekennt sich die Gruppe zu dem Anschlag auf Wache 16. Am Donnerstagabend hatten etwa 15 Vermummte das Kommissariat an der Lerchenstraße angegriffen (MOPO berichtete gestern). Sie zündeten zwei Streifenwagen an, bewarfen Beamte und Fenster mit Steinen, errichteten brennende Barrikaden. Allen Angreifern gelang die Flucht.



Mit dem Anschlag wolle man an die Ermordung des Griechen Alexandros Grigoropoulos am 6. Dezember 2008 erinnern (siehe Info-Kasten). Man befinde sich in einer "Revolte" gegen die "Repressionsorgane". Die Wahl fiel auf Wache 16, weil diese für "Misshandlungen und rassistischen Terror" bekannt sei.



Die Absender geben zu, dass ihnen während des Angriffs vor Angst die "Knie geschlottert" hätten und bitten "Unbeteiligte für Unannehmlichkeiten (z. B. platte Reifen ...) um Nachsicht".



In ihrem Schreiben geben die "Koukoulofori" außerdem eine neue Taktik aus: Anstatt sich "auf Demos von den Robocops den Kopf blutig schlagen zu lassen", fordern sie Gleichgesinnte auf, die "Repressionsorgane" künftig "überraschend und gut vorbereitet anzugehen". Die Blaupause für solche Aktionen lieferten sie mit dem Angriff auf Wache 16.



Und die Gruppe droht mit weiteren Anschlägen: Sollte die seit 20 Jahren besetzte "Rote Flora" am Schulterblatt geräumt werden, werde "ein munteres internationales Völkchen aus allen Ecken Europas für eine fulminante unvergessliche Erfahrung sorgen!".



Bei der Polizei rüstet man derweil auf: In der Nacht zu gestern wurden an der Fassade der Wache 16 weitere Videokameras angebracht. Wie viele Geräte montiert wurden und ob es weitere Vorkehrungen gegeben hat, wollte man aus taktischen Gründen nicht verraten.

Anschlag auf Polizeiwache

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Datum:  6.12.2009
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