Eine wilde Prügelei im Bordell "Eros-Laufhaus" auf dem Kiez - kein Vorgang, mit dem man sofort einen Polizisten als Täter in Verbindung bringen würde. Doch genau das ist Polizeimeister Kamiar M. (30) passiert. Weil sein Foto in der Verbrecherkartei war, wurde er als "Täter" beschuldigt. Nun wird gegen ihn ermittelt - nicht das erste Mal. Für den "Beamten auf Probe" geht es um die berufliche Existenz.
Am 13. Januar 2008 bummeln zwei junge Männer durchs "Eros-Laufhaus". Einer gibt einer blonden Prostituierten 50 Euro, bekommt aber keinen Sex. Es gibt Streit. Plötzlich taucht der Security-Trupp des Puffs auf. Die sechs bis sieben Muskelprotze verprügeln die verhinderten Freier mit Schlagstöcken. Ein Opfer erleidet einen doppelten Kieferbruch und eine Jochbein-Fraktur. Die Täter-Beschreibungen der Opfer werden in die Verbrecherkartei eingegeben. Etwa 150 mögliche Täter spuckt die Kartei aus - darunter ist ein Bild von Kamiar M. Und ein Opfer sagt: "Der Kerl war dabei."
Kamiar M. bestreitet das vehement. Kripo-Ermittlungen haben keinerlei Beziehungen des Beamten zum Rotlicht-Milieu ergeben. Offenbar liegt eine Verwechslung vor. Trotzdem ist das Verfahren nicht eingestellt.
Warum war der Polizist überhaupt in der Verbrecherkartei? 2005 und 2006 hatte er Sex mit zwei Bekannten. Die 29 und 34 Jahre alten Frauen zeigten ihn an. Der Vorwurf: Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Unter einem Vorwand lockte Kamiar M.s oberster Chef, Kuno Lehmann, den Polizisten ins Polizeipräsidium Alsterdorf. M. hatte sich einmal über ihn in der Innenbehörde beschwert. In Lehmanns Büro lauerten schwerbewaffnete MEK-Leute auf den unbewaffneten Kollegen, nahmen ihn filmreif fest. M. landete in U-Haft. Es folgten zwei Prozesse, die mit Freisprüchen erster Klasse endeten. Die Richterinnen stellten fest, dass die Frauen gelogen hatten - teils, um ihre Seitensprünge zu verdecken. Doch die Polizei ließ das Foto ihres Kollegen in der Verbrecherkartei. Da sei so üblich bei Sexualdelikten.
Uwe Maeffert, Rechtsanwalt des Polizisten: "Meinem Mandanten soll etwas angehängt werden. Ihm soll der Garaus gemacht werden." Walter Wellinghausen, ehemaliger Staatsrat unter Innensenator Ronald Schill, der M. ebenfalls vertritt, wirft der Polizei vor, seinen Mandanten bei der Festnahme "menschenunwürdig" behandelt zu haben. Er will die Stadt verklagen.
Polizeisprecher Ralf Meyer weist die Vorwürfe zurück: "M. ist behandelt worden wie jeder andere Beschuldigte auch. Jede Einstellung in die Lichtbildkartei erfolgt nach Recht und Gesetz ohne Ansehen der Person. Die Festnahme wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft veranlasst. Ein Sonderrecht für Polizeibeamte wäre doch unerträglich."
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?