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BAUORDNUNG - SPIELGERÄTE ERSATZLOS GESTRICHEN!

Verschwinden jetzt die Spielplätze?

Ein großes Mietshaus am Groten Hoff in Volksdorf: Sarah (6) und Sophie (10) blicken traurig aus dem Fenster auf eine unebene Rasenfläche, wuchernde Disteln und matschige Erdhaufen. "Dort standen bis vor einem Jahr Schaukeln, ein Holzhaus, Pferdchen und eine Sandkiste" , seufzt Ulf Linke, der Vater der beiden Mädchen. "Jetzt beruft sich der Hausbesitzer auf die neue Bauordnung und will keine neuen Spielgeräte aufstellen."



Die Kita Marienkäfer muss umziehen, weil es zu laut ist, gegen den Waldkindergarten "Kokopelli" (Berne) zieht ein Nachbar vor Gericht, und nun die neue Bauordnung - wie kinderfeindlich ist Hamburg? Rund 100 Familien leben in dem Gebäudekomplex in Volksdorf, 30 bis 40 von ihnen haben Kinder. Und bis Herbst 2005 konnten sie gemeinsam im Garten spielen. Linke: "Doch die Holzspielgeräte waren marode und hätten ausgetauscht werden müssen." Stattdessen wurden sie einfach entfernt.



Nachdem ein Jahr lang nichts passierte, sammelte Linke 40 Unterschriften und schickte sie mit einem Brief an die Hausverwaltung. "Als Antwort bekam ich die neue Hamburger Bauordnung zugeschickt." Die Verwaltung merkte im Anschreiben an: "Hieraus ist nicht ersichtlich, wie die Gestaltung dieser Flächen zu erfolgen hat."



Traurig, aber wahr - die Hausverwaltung hat Recht! In der alten Bauordnung steht in acht detaillierten Punkten, was Pflicht für Vermieter von größeren Wohneinheiten ist: Dazu gehörten Spielgeräte, Sitzgelegenheiten und Sandkisten. In der neuen Bauordnung steht nur noch, dass eine ausreichend große Spielfläche für Kinder herzustellen ist. Linke: "Bei einer solchen Novelle ist es doch kein Wunder, dass Hausbesitzer einfach Spielgeräte wegnehmen und öde Rasenflächen als Kinderspielplatz deklarieren."



Ob bei Neubauvorhaben überhaupt noch Kinderspielplätze gebaut werden - das ist offenbar vom guten Willen der Bauherren abhängig. Auch beim Mieterverein zu Hamburg trifft diese Neuordnung nicht auf Verständnis. Sprecher Michael Kopf: "Das trägt nicht dazu bei, den Ruf der Stadt als kinderfreundlich zu fördern."



Der Vermieter in Volksdorf scheint durch den Druck der Eltern seine Meinung geändert zu haben. Sigrid Wilde von der Hausverwaltung versprach der MOPO: "Es wird neue Spielgeräte geben."

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Datum:  23.11.2006
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Julia Sextl

Relativ häufig muss ich kurzfristig ein Taxi bestellen, um noch pünktlich zu einem Termin zu kommen. Meistens stehe ich schon auf der Straße, wenn der Wagen