Der Skandal um den Verkauf der Baubehörde. Jetzt fliegen die Fetzen! GAL-Spitzenkandidatin Christa Goetsch bezichtigt Finanzsenator Michael Freytag (CDU) der Lüge: "Er sagt die Unwahrheit!"
Hintergrund sind Äußerungen Freytags über den Preis von 46,9 Millionen Euro, die der Investor "Garbe Group" für das Gebäude der Baubehörde zahlen soll. Der Betrag sei vom "Unabhängigen Gutachterausschuss für Grundstückswerte" ermittelt worden. Tatsächlich hatte der Ausschuss den Verkehrswert des riesigen Areals an der Stadthausbrücke aber in einem ausführlichen Gutachten aus dem Jahr 2006 mit exakt 54 Millionen Euro taxiert. Ausgebootete Investoren hätten sogar gut 60 Millionen Euro geboten. Christa Goetsch: "Senator Freytag sind die Finanzen der Stadt anvertraut. Und ausgerechnet er will ein Filetgrundstück ohne Ausschreibung unter Wert vergeben, das stinkt zum Himmel!"
Bis Redaktionsschluss hat sich der Finanzsenator zu dem massiven Vorwurf nicht geäußert. Aus seiner Behörde verlautete lediglich, dass der Preis von 54 Millionen Euro nicht aktuell sei und darauf basiere, dass die Immobilie mit einem langfristigen Mietvertrag an eine Behörde verkauft würde. Dann sei der Wert höher, als wenn sie leer an einen Investor verkauft werde, der dann umbauen müsse. "Falsch", sagt ein Immobilieninvestor. Es würde ja zu einer Wertschöpfung durch Umbau kommen. Danach sei die Fläche besser auszunutzen und für moderne Büroräume auch eine höhere Miete zu erzielen.
Den Vorwurf der Mauschelei mit der "Garbe Group" wies die Finanzbehörde gestern erneut zurück. Das Unternehmen sei halt schneller als die Konkurrenz gewesen, hieß es. Außerdem sei Garbe der einzige Investor gewesen, der mit seinem Arbeitsplatzversprechen für 206 eigene Mitarbeiter in dem Komplex als "Wirtschaftsförderungsfall" eingestuft sei. Dass so ein Versprechen kaum zu überprüfen sei, räumte die Behörde ein.
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