Strafanzeige gegen das "Institut für präklinische Arzneimittelsicherheit" (IPAS) in Barsbüttel (Kreis Stormarn): In dem Labor sollen Tiere gequält worden sein. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Lübeck.
Die Tierschutzorganisation "Peta" (People for the Ethical Treatment of Animals) hat Anzeige gegen das Unternehmen erstattet. Hintergrund ist ein Dokument, das der Organisation zugespielt wurde. "Es handelt sich dabei um Prüfprotokolle der Firma", sagt Edmund Haferbeck (51), wissenschaftlicher Berater von "Peta". Darin stehe unter anderem, dass ein Schwein (Minipig) nach einer normalen Blutentnahme kollabiert sei und nicht mehr reanimiert werden konnte. Weiter heißt es in dem Dokument: "Die im Versuch befindlichen Minipigs sind für einen weiteren Einsatz in einer Toxizitätsstudie zu alt, zu groß und zu schwer und können deshalb nicht weiter eingesetzt werden. Aus diesem Grunde werden sie euthanasiert. Im Anschluss an die Euthanasie findet zu Übungszwecken eine Sektion statt." Laut "Peta" sei in dem Schriftstück auch von Beagle-Hunden die Rede, die aufgrund von schmerzhaften Schwellungen am Hals getötet wurden. "Unsere strikt ablehnende Haltung zu Tierversuchen ist bekannt. In diesem Fall geht es jedoch um die Haltung der Tiere. Diese macht sie krank", sagt Edmund Haferbeck.
Das Unternehmen "Nycomed International", zu der das Versuchslabor gehört, gab gestern eine schriftliche Stellungnahme zu der Anzeige ab. Darin steht: "Tierversuche sind gesetzlich vorgeschrieben, um die Sicherheit von Medikamenten zu gewährleisten. Auch ihre Durchführung unterliegt strengen Regeln und Kontrollen. Möglichen Ermittlungen sehen wir gelassen entgegen, weil wir uns streng an alle Vorgaben halten."
Ein solches Schwein soll nach einer Blutentnahme gestorben sein.