Das Land Hamburg muss sich warm anziehen. Die Risiken der HSH-Nordbank in puncto faule Wertpapiere und riskante Geschäfte belaufen sich offenbar auf 105 Milliarden Euro. Dies geht aus einer geheimen Auflistung der Finanzaufsicht BaFin hervor, die die Gesamtrisiken aller betroffenen Banken auf die gigantische Summe von 816 Milliarden Euro beziffert. Damit wird die Landesbank zu einem Fass ohne Boden.
Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, stehen auf der Liste der BaFin insgesamt 17 Banken, die Kredite und Wertpapiere in problematischen Geschäftsfeldern besitzen. Die HSH-Nordbank führt dabei die Liste auf Platz zwei an. Als Einzige noch schlimmer betroffen: die vor der Verstaatlichung stehende Hypo Real Estate mit 268 Milliarden Euro. "Diese Zahlen bestätigen, dass für Hamburg erhebliche Risiken bestehen", sagt der SPD-Finanzexperte Peter Tschentscher. Aus diesem Grund habe die Hamburger SPD auch den Begriff "Rettungspaket" abgelehnt. Vielmehr handele es sich bei der Milliarden-Spritze, die Hamburg beschlossen hat, um ein "Fortführungspaket, um die akute Schließung zu verhindern", sagt Tschentscher.
Kritiker hatten bereits vorhergesagt, dass die Nordbank noch in diesem Jahr weitere Milliarden-Zuschüsse brauche, um existieren zu können. In diesem Fall wäre die Garantie-Summe von fünf Milliarden Euro dran, für die Hamburg geradestehen muss.
Morgen werden sich die Finanzminister von Bund und den betroffenen Ländern in Berlin treffen, um über Wege aus der Bankenkrise zu sprechen. Der Ausgangspunkt: Die Länder sind mit dem Problem überfordert, versuchen möglichst viel der sich abzeichnenden Verluste auf den Bund abzuwälzen.