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Deutsche Bank in Datenaffäre entlastet

Frankfurt/Main - In der Datenaffäre bei der Deutschen Bank hat die Finanzaufsicht Bafin das Institut entlastet. Es sei kein «systematisches Fehlverhalten» festgestellt worden, erklärte ein Sprecher der Behörde am Donnerstag auf Anfrage.

Stattdessen hätten sich einzelne Mitarbeiter der Konzernsicherheit falsch verhalten. Damit entlastete die Bafin indirekt auch den in die Kritik geratenen Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Clemens Börsig sowie Vorstandschef Josef Ackermann.

Detektive hatten nach bisherigem Kenntnisstand im Auftrag der Deutschen Bank mit unlauteren Methoden missliebige Aktionäre und eigenes Führungspersonal ausgespäht. Die Bank ging mit der Geschichte im Mai selbst an die Öffentlichkeit. Die Staatsanwaltschaft, der hessische Datenschutz-Beauftragte und die Bafin starteten daraufhin eigene Untersuchungen. Sie alle bestätigten letztlich die Auffassung der Bank, dass nur einzelne Mitarbeiter sich falsch verhalten hätten. Zwei Abteilungsleiter mussten bereits gehen.

«Wir haben der Deutschen Bank heute unseren Prüfbericht übergeben», sagte der Bafin-Sprecher. Die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PWC) hatte im Auftrag der Finanzaufsicht zehn Jahre durchleuchtet und ihre Resultate in der vergangenen Woche der Bonner Behörde überreicht. «Wir haben Defizite bei den Arbeitsabläufen in der Konzernsicherheit entdeckt.» Einige Mängel seien schon abgestellt worden, an der Beseitigung der übrigen arbeite die Bank. Details nannte der Sprecher nicht.

Die Deutsche Bank wollte sich zu den Inhalten des Prüfberichts nicht äußern, sondern bestätigte lediglich dessen Erhalt. Bereits am Morgen hatte das «Handelsblatt» gemeldet, dass Chefaufseher Börsig entlastet worden sei. Für die Bafin ist der Fall damit weitestgehend abgeschlossen, wie der Sprecher sagte: «Wir werden uns später anschauen, ob die festgestellten Defizite behoben worden sind.» Im Visier der Staatsanwaltschaft befindet sich lediglich noch die beauftragte Detektei.

Für die Deutsche Bank tobt die Datenaffäre damit nur noch vor dem Arbeitsgericht. Die zwei entlassenen Abteilungsleiter hatten gegen ihre Kündigung geklagt. Die Deutsche Bank wirft dem Chef der Investor Relations und dem Sicherheitschef vor, die zwielichtigen Aktionen angestoßen zu haben. In der Branche wurde dies vielerorts als Bauernopfer gewertet, um Aufsichtsratschef Börsig aus der Schusslinie zu nehmen. Zwischenzeitlich waren Vorwürfe aufgekommen, er habe die Spitzeleien gebilligt.

Die Schnüffeleien zielten unter anderem auf den kritischen Aktionär Michael Bohndorf ab. Die Deutsch-Banker vermuteten demnach, dass Bohndorf mit ihrem Intimfeind Leo Kirch gemeinsame Sache mache. Kirch überzieht die Deutsche Bank seit Jahren mit Prozessen, weil er sie für den Niedergang seines Medienimperiums mitverantwortlich macht. Auf Bohndorf soll unter anderem ein weiblicher «Lockvogel» angesetzt worden sein. Zudem soll die von der Deutschen Bank beauftragte Detektei einen Bespitzelungsversuch bei Kirchs Anwälten gestartet, dann jedoch abgebrochen haben.

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Datum:  17.12.2009
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