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BALD PROMIS AM PRANGER?

Die EU erklärt Rauchern den Krieg

EU erklärt Rauchern den Krieg

Für Raucher ist bald Schluss mit lustig. Mit drastischen Maßnahmen will die Europäische Union den Kampf gegen den blauen Dunst verschärfen. Rauchverbote sollen ausgeweitet und strenger kontrolliert, Verstöße konsequent mit Bußgeldern geahndet werden. Null Toleranz - Brüssel erklärt den Rauchern den Krieg.



Statt zahlloser Ausnahmen für Kneipen, Raucherklubs und Brauchtumsveranstaltungen wie Karneval soll es eindeutige Verbote geben. Alle öffentlichen Gebäude sollen 100-prozentig rauchfrei werden. Das fordern die EU-Gesundheits-, Arbeits- und Sozialminister in einer Empfehlung, der sich das EU-Parlament angeschlossen hat.



Bei der Durchsetzung der Rauchverbote sollen° die Mitgliedsstaaten nach der "sanften Einführungsphase" jetzt "eine aufsehenerregende Strafverfolgung betreiben, um die abschreckende Wirkung zu verstärken". Empfohlen wird eine wirksame "Überwachung" der Verbote durch lokale "Inspektoren" - sprich: eine Raucherpolizei. Strafen müssten "ausreichend hoch" angesetzt sein. Betrieben oder Wirten, die Verbote ignorieren, sollen die Behörden notfalls die Geschäftserlaubnis entziehen.



Besonderen Erfolg versprechen sich die Brüsseler Bürokraten von hartem Durchgreifen gegen Prominente, die trotz Rauchverbots in der Öffentlichkeit zum Glimmstängel greifen. Werde festgestellt, dass bekannte Politiker, Schauspieler oder Schriftsteller sich bewusst über Vorschriften hinwegsetzen, "können die Behörden ihre Entschlossenheit und die Ernsthaftigkeit der Rechtsvorschriften unter Beweis stellen, indem sie mit rigorosen und zügigen Maßnahmen reagieren und dabei die größtmögliche öffentliche Aufmerksamkeit erregen", heißt es in dem 23-seitigen Papier.



Prominente Raucher an den Pranger? Schauspieler Hannes Jaenicke (49, steckt sich gern selbst mal eine Zigarette an) ist irritiert über den Vorstoß. Jaenicke zur MOPO: "Ich wundere mich immer über die Prioritätenliste der EU. Als hätten wir nicht genug Probleme in den Bereichen Arbeitslosigkeit, Bildung, Einwanderung - dort sollte Brüssel viel eher ansetzen, das Bewusstsein für Nichtraucherschutz in allen Ehren."



Statt Jagd auf Promis zu machen, sollten sich die Politiker mit naheliegenderen Problemen befassen, meint Jaenicke: "Warum beschäftigt sich niemand mit dem Thema Alkohol? Ich habe noch nie eine Familie am Nikotin zerbrechen sehen - am Alkohol aber schon."

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Datum:  28.1.2010
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